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Aids-Bericht der UN:"Ein Ende dieser Epidemie ist möglich"

Südafrikas Kampf gegen Aids

Ein Bluttest kann HIV sicher feststellen, eine rasche Medikemantengabe die Infektion gut in Schach halten. Dennoch bleiben viele Ansteckungen verborgen.

(Foto: John Hrusa/dpa)

Weniger Neuinfektionen, weniger Todesfälle: Die Vereinten Nationen geben sich im Kampf gegen Aids optimistisch. So beeindruckend die Erfolge sind, so besorgniserregend sind andere Entwicklungen: 19 Millionen Menschen wissen nicht, dass sie HIV-positiv sind.

  • 35 Millionen Menschen leben gegenwärtig mit HIV. 19 Millionen Menschen wissen nichts von der Infektion.
  • 1,5 Millionen starben 2013 an Aids
  • 2,1 Millionen infizierten sich neu
  • 13 Millionen werden behandelt

35 Millionen Menschen leben derzeit mit HIV

Im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids melden die Vereinten Nationen große Fortschritte. Sowohl die Zahl der Aids-Toten als auch die Rate der Neuinfektionen mit dem HI-Virus sind im vergangenen Jahrzehnt um ein Drittel gefallen. "Ein Ende dieser Epidemie ist möglich", sagte UNAIDS-Direktor Michel Sidibé am Mittwoch. Allerdings sei die Schlacht noch nicht gewonnen, da nach wie vor 35 Millionen Menschen mit HIV leben. Besorgniserregend ist dabei, so Sidibé : 19 Millionen Menschen wissen nicht, dass sie das Virus in sich tragen.

Dennoch geben sich die Vereinten Nationen optimistisch: "Die Aids-Epidemie kann in jeder Region, jedem Land, jedem Ort, jeder Bevölkerung und jeder Gemeinde beendet werden", heißt es in ihrem aktuellen Bericht. Allerdings müssten dazu die Mittel zur Bekämpfung der Krankheit innerhalb der nächsten fünf Jahre aufgestockt werden. "Dann werden wir auf Kurs sein, die Epidemie bis 2030 zu beenden." Anderenfalls werde es erheblich länger dauern.

1,5 Millionen starben an Aids

Aids ist längst kein Todesurteil mehr: Die Zahl der Aids-Toten fiel allein von 2012 bis 2013 um 200.000 auf 1,5 Millionen. Sorge bereitet den Experten jedoch der Nahe Osten, wo die Zahl der Menschen, die an Aids starben, seit 2005 um 66 Prozent anstieg.

2,1 Millionen infizierten sich im vergangenen Jahr

Die Zahl der neuen Infektionen fiel von 3,4 Millionen im Jahr 2001 auf 2,1 Millionen im vergangenen Jahr. Große Fortschritte wurden vor allem bei der Behandlung von HIV-infizierten Schwangeren in afrikanischen Ländern erzielt. Rund 900 000 Kinder weltweit ist dadurch seit 2009 die Ansteckung erspart geblieben. Allerdings steigt gegenwärtig die Zahl der Neuinfektionen in Osteuropa - vor allem in Russland und der Ukraine - stark an.

13 Millionen werden behandelt

2013 bekamen weltweit knapp 13 Millionen Menschen antiretrovirale Medikamente. 2012 waren es noch etwa 10,6 Millionen. Doch auch hier gibt es eine Einschränkung: In den ärmeren Ländern hätten immer noch mehr als die Hälfte der betroffenen Menschen keinen Zugang zu lebensrettenden HIV-Therapien, kritisierte die Organisation "Ärzte ohne Grenzen". Dies betreffe besonders Konfliktregionen.

In Deutschland leben 78 000 Menschen mit HIV

In Deutschland ist die Situation vergleichsweise gut. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts sind etwa 78 000 Menschen in der Bundesrepublik mit dem Virus infiziert. 2013 gab es rund 3300 HIV-Neudiagnosen.

© Süddeutsche.de/dpa/AFP/Reuters/beu/reek
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