ÄrztekammerThüringen braucht ein Herzinfarktnetzwerk

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Hans-Jörg Bittrich, der neue Präsident der Landesärztekammer Thüringen.
Hans-Jörg Bittrich, der neue Präsident der Landesärztekammer Thüringen. -/Landesärztekammer Thüringen/dpa

Herzinfarkt ist eine der häufigsten Todesursachen in Thüringen. Je schneller Betroffene im Ernstfall in der richtigen Klinik behandelt werden, desto höher sind ihre Überlebenschancen.

Direkt aus dem dpa-Newskanal: Dieser Text wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen und von der SZ-Redaktion nicht bearbeitet.

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Jena (dpa/th) - In Thüringen muss die Versorgung von Herzinfarktpatienten nach Einschätzung der Landesärztekammer besser werden. Thüringen gehöre zu den Bundesländern mit der höchsten Herzinfarkt-Sterblichkeit, sagte Kammerpräsident Hans-Jörg Bittrich der Deutschen Presse-Agentur. Das habe nicht nur mit Faktoren wie der Altersstruktur der Bevölkerung oder ungesunden Ernährungsgewohnheiten zu tun. „Es gibt auch regionale Besonderheiten bei der Infarktbehandlung.“ So verteilten sich die Kliniken mit Herzkatheterlaboren, die für eine optimale Infarktbehandlung notwendig seien, auf die städtischen Regionen entlang der Autobahn 4.

In Thüringen sterben nach Zahlen des Statistischen Landesamts pro Jahr zwischen 1600 und 1800 Menschen an einem akuten Herzinfarkt. Zu einem Infarkt kommt es, wenn ein oder mehrere Herzkranzgefäße durch ein Blutgerinnsel plötzlich verstopft sind. Mit einem zum Herz geschobenen Katheter - ein hauchdünner Schlauch mit einem Ballon oder einer Gefäßstütze - wird das Gefäß wieder aufgedehnt.

Für die Überlebenschancen von Infarktpatienten sei es entscheidend, dass sie in weniger als 30 Minuten in einer mit einem Katheterlabor ausgestatteten Klinik landeten, erläuterte Bittrich. „Jena, Erfurt oder Gera haben da sicher keine Probleme.“ In ländlichen Regionen hingegen könne es passieren, dass Patienten in Kliniken ohne solche Labore oder ohne Fachärzte für Herzerkrankungen (Kardiologen) gebracht würden. „Das müssen wir ändern“, forderte Bittrich.

Nötig sei ein Herzinfarktnetzwerk zur besseren Zusammenarbeit von Kliniken, Rettungsdiensten und Notärzten. Letztere müssten bereits im Rettungswagen eine EKG-Untersuchung vornehmen und die Ergebnisse digital an die Klinik schicken. Herzkatheterzentren müssten rund um die Uhr besetzt sein und über mindestens vier Kardiologen verfügen. Hier sei auch das Land, konkret Gesundheits- und Innenministerium, gefordert. Das Thema müsse Niederschlag in der Krankenhausplanung finden, betonte der Ärztekammer-Präsident.

In Thüringen laufen derzeit die Vorbereitungen für einen neuen Krankenhausplan, der laut Gesundheitsministerium voraussichtlich im ersten Halbjahr 2024 in Kraft treten soll. Bittrich äußerte die Erwartung, dass dort entsprechende Herzkatheter-Standorte ausgewiesen werden. Rettungswagen werden in Thüringen seit einiger Zeit mit Tablets für die Übertragung von Informationen zum Zustand von Patienten ausgestattet.

© dpa-infocom, dpa:230727-99-551681/3

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