50 Jahre 112 in der Bundesrepublik:Notruf? Zu teuer!

50 Jahre 112 in der Bundesrepublik: 112 wählen, Rettungswagen kommt - so einfach ist das flächendeckend erst seit 50 Jahren im Westen Deutschlands.

112 wählen, Rettungswagen kommt - so einfach ist das flächendeckend erst seit 50 Jahren im Westen Deutschlands.

(Foto: Imago/Nikito)

Heute gilt für Notfälle europaweit die 112. Angefangen hat alles vor 50 Jahren mit einem Drama. Wie ein Ehepaar für den Notruf kämpfte - und weshalb er jetzt wieder ein Update braucht.

Von Christina Berndt

Es war schon später Abend, als bei den Eheleuten Ute und Siegfried Steiger in Winnenden das Telefon klingelte und sie erfuhren, dass sie gesiegt hatten. "Ich sitze jetzt hier noch beim Kanzler und möchte Ihnen mitteilen, dass Ihr Dickschädel sich durchgesetzt hat", kam es aus dem Apparat. "Die Ministerpräsidenten und der Kanzler haben soeben die Einführung der bundeseinheitlichen Notrufnummern beschlossen." Der Anrufer war Bundespostminister Horst Ehmke persönlich. Der SPD-Mann wollte die gute Nachricht unbedingt direkt überbringen, denn er wusste, wie wichtig sie den Steigers war. Jahrelang hatte das Ehepaar dafür gekämpft, dass es eine allgemeingültige Telefonnummer für alle Notlagen geben müsse, für Unfälle, Brände, medizinische Notfälle. An diesem Abend war es endlich so weit. Am 20. September 1973 beschloss die Ministerpräsidentenkonferenz im Beisein des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt die bundesweite Einführung der 110 und der 112.

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