Zahlungsmittel-Missbrauch:Barclaycard sperrt Tausende Kreditkarten

Weil womöglich zahlreiche Kreditkarten bei Zahlungsvorgängen kopiert worden, greift Barclaycard jetzt zu einem drastischen Mittel.

Der Kreditkartenherausgeber Barclaycard hat mehrere tausend Kreditkarten gesperrt. Betroffen seien vor allem Visa- und Mastercards, die in Spanien eingesetzt wurden, sagte eine Barclaycard-Sprecherin am Freitag und bestätigte damit einen Bericht der Leipziger Volkszeitung.

Barclaycard

Wer in Spanien mit einer Kreditkarte bezahlt hat, sollte seine Kontoauszüge genau prüfen.

(Foto: Foto: dpa)

Die Karten seien vorsorglich blockiert worden, weil das interne Warnsystem Alarm geschlagen habe. Das Problem beschränke sich nicht auf Barclay-Kunden, sagte sie.

Neue Karten binnen weniger Tage

Die betroffenen Kunden würden informiert und erhielten innerhalb von sieben Tagen eine neue Kreditkarte. Die Kosten, auch bei Kartenmissbrauch, trage Barclaycard. Das Unternehmen gehört zur britischen Barclays Bank und bezeichnet sich als einer der führenden Herausgeber von Kreditkarten weltweit.

In dem Schreiben an die Betroffenen heißt es dem Bericht zufolge: "Wir haben Hinweise darauf, dass Ihre Kreditkarte eventuell bei einem Karteneinsatz kopiert wurde."

Dabei handele es sich nicht um ein Datenleck bei der Bank, sondern um Manipulationsversuche von Kriminellen. Von Visa und Mastercard seien Warnhinweise eingegangen, dass Betrüger beim Bezahlen oder am Geldautomaten Daten abgegriffen hätten. Die meisten Fälle seien in Spanien passiert. Eine weitere Quelle für die Datendiebe sei ein Internetportal, auf denen Flüge gebucht werden können.

Nach Zechners Angaben hat der Betrug mit Kreditkarten in den vergangenen Jahren zugenommen. Beim Einsatz der Karten zum Beispiel an Geldautomaten sollten Kunden daher darauf achten, ihre PIN-Nummer zu schützen, indem sie die Eingabe mit der freien Hand verdecken.

Methoden zum Ausspähen der Nummern seien unauffällig angebrachte Minikameras oder Manipulationen an Automaten. Wenn ein Geldautomat verdächtig aussehe, sollte er nicht benutzt werden. Grundsätzlich sollten Kunden alle Belege aufbewahren, riet sie.

© suddeutsche.de/dpa/hgn/mel
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