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WestLB-Zerschlagung:Leichenschmaus in Düsseldorf

Ein bisschen WestLB für die Helaba: Die hessisch-thüringische Landesbank hat Interesse, einen Teil der zerschlagenen WestLB zu übernehmen. Die Helaba könnte sich damit schärfer profilieren.

Die Zerschlagung der WestLB ist längst beschlossene Sache - jetzt kommt der Ausverkauf der Einzelteile womöglich voran. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) erwägt, einen Bereich der WestLB zu übernehmen: das Sparkassengeschäft des angeschlagenen Instituts. Die Helaba will einen möglichen Kauf ergebnisoffen prüfen. Sollte es zu dem Deal kommen, werden sich im Gegenzug die Sparkassenverbände Nordrhein-Westfalen an der Helaba beteiligen.

WestLB

Die Landesbank Hessen-Thüringen erwägt, einen Bereich der WestLB zu übernehmen.

(Foto: dpa)

Alle Beteiligten sähen die Chance, "dem aus der WestLB stammenden Geschäft mit den Sparkassen, weiteren Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe, Mittelstandskunden und der öffentlichen Hand eine gute Zukunft zu geben", heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Die Übernahme der WestLB-Restbank würde Dienstleistungen bündeln; die Helaba könne sich damit weiter als "Sparkassenzentralbank" profilieren.

Reste für die Bad Bank

Die nordrhein-westfälische Landesbank war während der Finanzkrise in Schieflage geraten und mit Staatsmilliarden gestützt worden. Die Subventionen mussten von der EU-Kommission genehmigt werden. Die machte dafür unter anderem zur Bedingung, dass die WestLB ihr Geschäft ausdünnt. Die NRW-Landesregierung, die NRW-Sparkassen und der Bund einigten sich schließlich auf eine Zerschlagung der Bank.

Zum 30. Juni 2012 wird die WestLB in eine Verbundbank unter Regie der Sparkassen sowie eine Servicebank aufgespalten. Die Verbundbank soll aus dem kleineren Teil der Landesbank entstehen und eine Zentralbank mit etwa 400 Beschäftigten für etwa 100 Sparkassen sein. Insgesamt hat die Bank derzeit noch knapp 4400 Vollzeit-Mitarbeiter.

Die verbleibende Bank, deren alleiniger Eigentümer Nordrhein-Westfalen sein wird, hat noch bis Ende Juni 2012 Zeit, Bankgeschäfte und Beteiligungen zu veräußern.

Was dann nicht verkauft ist, geht in die Erste Abwicklungsanstalt über, die "Bad Bank" der WestLB, in der nach der Finanzkrise auch unverkäufliche Wertpapiere ausgegliedert wurden.

In der vergangenen Woche hatte WestLB-Finanzvorstand Thomas Groß erklärt, der angekündigte Verkauf der Tochter Westdeutsche Immobilienbank an den Finanzinvestor Apollo solle noch in diesem Jahr stattfinden.

© dapd/AFP/reuters/jab/hgn

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