bedeckt München 20°
vgwortpixel

WestLB: Sparkassen haften:Endlich vernünfig

Es führt kein Weg daran vorbei: Die Sparkassen müssen für die WestLB haften. Es ist gut, dass sie das endlich eingesehen haben.

Eine soziale Marktwirtschaft funktioniert nur, wenn sich deren Akteure an einige Regeln halten. Dazu gehört die Haftung der Eigentümer für ihr Geschäft. Schon deswegen dürfen sich die Sparkassen bei der WestLB nicht weitgehend aus der Verantwortung stehlen, zumal die Schieflage bei der drittgrößten Landesbank viel mit ihrem eigenen Versagen zu tun hat: Die nordrhein-westfälischen Sparkassen haben die Entscheidungen des WestLB-Managements wie zum Beispiel den Kauf riskanter Wertpapiere über all die Jahre im Aufsichtsrat mitgetragen.

Die Schieflage der WestLB hat viel mit dem Versagen der nordrhein-westfälischen Sparkassen zu tun.

(Foto: Foto: dpa)

Schlimmer noch, sie haben verhindert, dass die Bank ihr Geschäftsmodell auf eine gesündere Basis stellt: Vor allem torpedierten die Mehrheitseigentümer den Versuch der Bank, in das Massenkundengeschäft einzusteigen aus Furcht vor der neuen Konkurrenz.

Es führt kein Weg daran vorbei: Die Sparkassen müssen für die WestLB haften. Das Geld dafür haben sie. Die meisten bunkern so viel, dass ihnen allein die Anlage schon einen auskömmlichen Gewinn sichert, völlig unabhängig vom eigentlichen Bankgeschäft.

Auf Druck des Bundes haben die Sparkassen nun endlich ihre unverantwortliche Verweigerungshaltung für weitere Hilfen aufgeben. Wie ernst die Lage bereits war, dies konnte man am Montag an den Märkten beobachten: Die Kosten für die Absicherung eines Kredits der WestLB waren in die Höhe geschnellt.

Der Bund sollte weiter hart bleiben und die Sparkassen umfassend in die Pflicht nehmen, das schuldet er schon den Bürgern. Einen Großteil der Last werden diese so oder so noch schultern müssen - als Steuerzahler oder als Sparkassenkunde in Form höherer Preise für deren Dienstleistungen.