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Weltweite Privatvermögen:Der Reichtum wächst - für wenige

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Die privaten Geldvermögen steigen weltweit rasant. Zugleich wächst gerade in den Industriestaaten aber auch die Ungleichheit.

(Foto: ddp)

Mehr Mittelschicht, aber auch mehr Ungleichheit: Die Geldvermögen der Privathaushalte sind im vergangenen Jahr weltweit so stark gestiegen wie seit 2003 nicht mehr. Sie lagen insgesamt bei 118 Billionen Euro. Dabei liegt Deutschland hinter Frankreich und Italien.

  • Das Vermögen der privaten Haushalte der Welt ist im vergangenen Jahr um fast zehn Prozent auf den Rekordwert von rund 118 Billionen Euro gestiegen.
  • Weltweit gewinnen mehr Menschen dazu als verlieren.
  • In den Industriestaaten nimmt die Ungleichheit allerdings zu.
  • Deutschland liegt weltweit auf Rang 16 - Spitzenreiter ist die Schweiz.

Rekord beim Geldvermögen

Mehr als 118 Billionen Euro, eine Zahl mit zwölf Nullen: Über diese Summe verfügten die Privathaushalte der Welt im vergangenen Jahr. Es waren zehn Prozent mehr als im Vorjahr und so viel Geld wie nie zuvor, ergab der am Dienstag veröffentlichte Global Wealth Report des Versicherers Allianz.

Börse treibt Reichtum

Getrieben sei die Entwicklung von den stark gestiegenen Aktienkursen, vor allem in Europa, den USA und Japan. So stieg das Vermögen, das Menschen in Form von Wertpapieren hielten, den Daten zufolge um 16,5 Prozent und übertraf damit sogar die Zuwachsraten aus den Jahren unmittelbar vor Ausbruch der Finanzkrise.

Allerdings sieht die Studie darin - trotz anhaltender Niedrigzinsen - keinen Trend zum Investieren in Aktien. Im Gegenteil: Lediglich in den USA seien unter dem Strich größere Summen an frischem Geld in Aktien oder andere Wertpapiere geflossen. Vor allem in Europa hätten Sparer und Anleger dagegen ihr Geld von den Börsen abgezogen.

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Ungleichheit nimmt zu

Gerade in den USA können allerdings immer weniger Menschen am Wohlstand teilhaben, immer weiter wird die Kluft zwischen Arm und Reich. In Folge der Finanz- und Wirtschaftkrise sind die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung in den vergangenen Jahren drastisch reicher geworden - die breite Masse litt dagegen unter der schwächelnden Wirtschaft und deren langsamer Erholung. Ähnlich, wenn auch nicht so extrem, sieht es in den von der Krise besonders hart getroffenen europäischen Staaten wie Griechenland, Irland oder Italien aus.

Mehr Mittelschicht

Global gesehen haben hingegen immer mehr Menschen ein Vermögenspolster. Der Allianz zufolge stiegen seit dem Jahr 2000 gut eine halbe Milliarde Menschen in die so genannte Vermögensmittelklasse auf - darunter versteht die Weltbank Vermögen zwischen 5300 und 31 800 Euro. Die neue Mittelschicht kommt dabei hauptsächlich aus China und anderen Schwellenländern. Der Anteil der Menschen, die weniger als 5300 Euro an Vermögen haben, blieb mit etwa dreieinhalb Milliarden relativ konstant.

Niedrige Zinsen vernichten Kapital

Nach wie vor gehört Westeuropa der Studie zufolge zwar zu den reichsten Regionen der Welt. Mit Blick auf das Wachstum der Vermögen schneidet die Region aber besonders schlecht ab, noch hinter Japan. Als wichtigsten Grund dafür nennen die Autoren die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Ihre extrem niedrigen Zinsen führten in vergleichsweise reichen Ländern wie Deutschland mit niedrigen Schulden und hohen Guthaben dazu, dass Sparer nur wenige Zinsen kassierten. Im Vergleich zum Zinsniveau der Jahre 2003 bis 2008 ergebe sich so für die vergangenen fünf Jahre ein Minus von 23 Milliarden Euro, das sind 280 Euro pro Kopf.

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Warum sind Vermögen in Deutschland ungleich verteilt?

Im reichen Deutschland sind viele arm. Andere dagegen können immer mehr Geld anhäufen. Wie kann das sein? Antwort der SZ-Redaktion auf eine Leserfrage.

Deutschland nur auf Rang 16

In Deutschland summierte sich das Netto-Geldvermögen, also das Vermögen abzüglich aller Schulden wie Hypotheken oder Konsumentenkredite, auf durchschnittlich 44.280 Euro pro Kopf. Damit rangieren die Bundesbürger der Erhebung zufolge auf Rang 16 - hinter Ländern wie Italien, Frankreich oder Israel. Am reichsten sind demnach die Schweizer, gefolgt von den US-Amerikanern und den Belgiern.

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