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Währung:Der Deutschen geliebte D-Mark

Euro und D-Mark

Nach der Euro-Einführung schätzte die Bundesbank, dass etwa die Hälfte der alten D-Mark-Münzen von Liebhabern aufgehoben wurde.

(Foto: dpa)

Kein anderes Volk hortet so viele alte Münzen und Scheine: Ein Vermögen schlummert in Spardosen und unter Sofas - und es kann bei der Bundesbank eingetauscht werden.

In deutschen Sparschweinen und Sofaritzen schlummert noch immer ein Vermögen - und zwar in D-Mark. Scheine und Münzen im Wert von 6,5 Milliarden Euro sind noch nicht umgetauscht worden, wie eine Auswertung der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg zeigt (siehe Grafik). Damit sind die Deutschen in der Eurozone klare Nummer Eins. Dahinter liegen weit abgeschlagen Frankreich und Spanien mit Francs und Pesetas im Wert von je 1,8 und 1,6 Milliarden Euro, die noch nicht umgetauscht wurden. Am wenigsten Altgeld ist von Luxemburgs alter Währung im Umlauf: Hier wurden Scheine und Münzen im Wert von zehn Millionen noch nicht zurückgegeben.

In der gesamten Eurozone sind mehr als 15 Milliarden Euro an vormals nationalen Währungen noch nicht eingetauscht worden. Sparer haben dadurch schon etwa fünf Milliarden Euro verloren. Das geht aus Berichten und Daten der nationalen Zentralbanken hervor. Denn einige Zentralbanken haben den Umtausch mittlerweile eingestellt. Mark-Besitzer können sich hingegen Zeit lassen, denn die Deutsche Bundesbank nimmt die D-Mark auf unbefristete Zeit gebührenfrei zurück. Für einen Umtausch gibt es nicht einmal einen Mindestbetrag. In anderen Euroländern ist man da rigoroser: Zwölf Zentralbanken tauschen gar keine alten Münzen mehr um, nehmen aber noch Scheine. In Portugal stoppte die Zentralbank den Umtausch von Münzgeld bereits Ende 2002 - dem Jahr, in dem der Euro eingeführt wurde. In Frankreich, Italien, Finnland und Griechenland sind die Umtauschfristen für Münzen und Scheine mittlerweile verstrichen.

Beliebte Sammlerstücke

Wer alte D-Mark findet, kann sie zu allen Filialen der Deutschen Bundesbank bringen oder sie per Post an die Filiale in Mainz schicken. Bei kleineren Beträgen lohnt sich das häufig kaum. Hilfsorganisationen wie Unicef oder die Welthungerhilfe wissen das und nehmen daher noch Spenden in D-Mark an.

Doch nicht alle wollen das alte Geld loswerden: Münzgeld ist beliebt bei Sammlern. Nach der Euro-Einführung schätzte eine Bundesbank-Sprecherin, dass etwa die Hälfte der noch vorhandenen Münzen von Liebhabern aufgehoben werde. Die Deutschen hüten ihre geliebte D-Mark seit nunmehr 15 Jahren. Bislang übt die Bundesbank keinen Druck auf sie aus, die Sparschweine zu schlachten und das Altgeld abzugeben. Schade eigentlich - mit 6,5 Milliarden Euro könnten die Deutschen schön einkaufen gehen und der Volkswirtschaft etwas Gutes tun.

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