Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit Wie man 1000 Euro sparen kann

Eine private Berufsunfähigkeits­versicherung schützt, wenn der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Die Preise dafür variieren stark - bis zu 1000 Euro im Jahr. Die Stiftung Warentest hat 52 aktuelle Angebote verglichen und gibt Tipps, worauf Verbraucher achten sollen.

Die Stiftung Warentest hat aktuelle Angebote von Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit untersucht. Anhand von zwei Modellen konzentrierten sich die Prüfer im Test auf die besten und günstigsten Angebote jedes Versicherers. Bei gleicher Qualität entschied der Preis. Selbst unter den sehr guten Tarifen der Berufsunfähigkeitsversicherer sind die Preisunterschiede - bei sehr ähnlicher Qualität - enorm.

Bauarbeiter auf dem Flughafen Berlin.

(Foto: dpa)

Eine Diplomkauffrau kann einen der sehr guten Verträge im Test mit 2000 Euro Monatsrente bis zum Alter von 67 Jahren für netto 901 Euro (Europa) im Jahr abschließen, aber auch für 1868 Euro (Öffentliche Braunschweig).

Ein Altenpfleger bekommt fast nur Verträge bis zum Alter von 65 Jahren. Bei dieser Laufzeit kostet ihn ein sehr guter Tarif mit einer Rente von 1000 Euro zwischen 645 Euro (mamax) und 1660 Euro (Provinzial Rheinland) im Jahr. Die Modellkunden sind bei Vertragsbeginn jeweils 30 Jahre alt. Wer erst mit 40 einsteigt und fit ist, zahlt bis zu 40 Prozent mehr.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung bewahrt Menschen vor einem finanziellen Absturz nachdem sie ihren Beruf wegen dauerhafter Erkrankung aufgeben müssen. Der Versicherer zahlt ihnen längstens bis zum Ende des Vertrags die vereinbarte Rente aus. Manchmal gibt es zusätzlich von der gesetzlichen Rente ein wenig dazu. Für Frauen ist der private Berufsunfähigkeitsschutz teurer als für Männer. Erst ab dem 21. Dezember 2012 müssen die Versicherer für alle gleich kalkulieren. Wie sich die Preise dann ändern, ist bisher offen.

Die abstrakte Verweisung - früher ein Hauptmangel - ist in den Spitzentarifen kein Thema mehr. Die Versicherer dürfen die Rente also nicht verweigern und den Kunden auf einen anderen, gleichwertigen Beruf verweisen, in dem er theoretisch trotz Krankheit arbeiten könnte - egal, ob er eine Stelle findet oder nicht.

Unterschiede in der Qualität zeigen sich vor allem bei den Gesundheitsfragen in den Anträgen und bei der Nachversicherungsgarantie. Bei den Gesundheitsfragen geht es vor allem darum, wie gut sie sich beantworten lassen und wie verständlich sie sind. Die Nachversicherungsgarantie erlaubt Kunden, ihre Rente bei bestimmten Anlässen später ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Manche Versicherer sind hier großzügiger als andere.

Probleme beim Abschluss

Nicht alle Interessenten bekommen die guten Angebote auch. Das zeigte eine Leser­befragung von Finanztest 2010: Nur jeder vierte Leser, der seine Erfahrungen schilderte, hatte am Ende den Schutz, den er wollte. Fast immer waren Vorerkrankungen der Grund, warum der Vertrag einzelne Krankheiten ausschloss, Kunden Zuschläge zahlen mussten oder zurückgewiesen wurden. Schwierigkeiten, eine passende Police zu finden, haben auch Menschen mit Berufen, die in den Augen von Versicherern sehr riskant sind. Ein langer Atem, auch das zeigte der Leseraufruf im vergangenen Jahr, führt aber oft noch zum Erfolg. Mit Anbietern lässt sich verhandeln. Manchmal stellt ein ärztlicher Bericht klar, dass eine frühere Erkrankung inzwischen vollständig abgeklungen ist.

Ein fataler Fehler wären falsche Angaben. Antragsteller sollten nicht versuchen, ihre Chancen auf einen Vertrag zu verbessern, indem sie Gesundheitsprobleme verschwei­gen oder kleinreden. Sonst nutzt die Police im Ernstfall vielleicht gar nichts. In einer Finanztest-Umfrage im Mai diesen Jahres unter Versicherten, die ihre Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch nehmen mussten, berichteten mehrere Teilnehmer, dass ihnen die Rentenzahlung mit der Begründung verweigert wurde, sie hätten falsche Angaben im Antrag gemacht. Es gab aber auch viele gute Erfahrungen. Zwei Drittel der 453 Teilnehmer an der Umfrage waren mit dem Verhalten ihres Versicherers im Ernstfall zufrieden.

Worauf man beim Vertragsabschluss achten sollte, hat die Stiftung Warentest hier aufgeschrieben.