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Verschleiß von Haushaltsgeräten:Billig, billiger, kaputt

Elektroschrott als Wertstoff

Ausrangierte Fernseher und Monitore in einem Sammelcontainer für Elektroschrott

(Foto: picture alliance / dpa)

Darüber ärgern sich viele Verbraucher: Haushaltsgeräte, die so produziert sind, dass sie möglichst schnell kaputtgehen. Zwar konnten die Tester der Stiftung Warentest keinen Beweis für Obsoleszenz finden, also für den vom Hersteller gezielt herbeigeführten vorzeitigen Verschleiß. Experten raten aber, Preisuntergrenzen zu beachten.

Das Wort "Obsoleszenz" dürfte noch nicht allen Menschen geläufig sein. Es leitet sich ab vom lateinischen "obsolescere" für veralten, sich abnutzen. Damit ist nach Meinung von Verbraucherschützern die gängige Praxis gemeint, dass Hersteller die Lebensdauer ihre Produkte bewusst begrenzen, um möglichst viel zu verkaufen.

So berichtet die Stiftung Warentest in ihrem neuen Heft von einem Philips-Fernseher zum Neupreis von 2700 Euro, der bei mehreren Kunden nach dreieinhalb Jahren kaputtging. Ein Einsatzteil für die Reparatur sei vergriffen und die Nachproduktion nicht rentabel, so redete sich der Hersteller raus - zum Ärger der Kunden.

Reparaturen erschweren, Schwachstellen einbauen und dafür sorgen, dass Elektrogeräte frühzeitig verschleißen - das sind die Methoden der Hersteller. Ein weiterer Trick: Immer neue Geräteversionen auf den Markt bringen, so dass Ersatzteile nicht mehr zueinander passen und die Verbraucher quasi gezwungen sind, eigentlich noch funktionstüchtige Güter durch Neuware zu ersetzen.

Besonders ärgerlich ist das bei teuren Markenprodukten, wie im Falle des Philips-Fernsehers. Stiftung Warentest listet noch weitere hochpreisige Produkte auf, die in Tests in puncto Haltbarkeit schlecht abschnitten, darunter eine Bügelstation für 485 Euro oder eine Espressomaschine für 985 Euro.

Die Tester betonen allerdings, dass sich mit den Ergebnissen der vergangenen Jahre nicht beweisen lasse, dass die Hersteller den frühzeitigen Verschleiß gezielt herbeiführen würden. Insbesondere Haushaltsgeräte gingen nicht schneller kaputt als früher. Stiftung Warentest hat das am Beispiel zweier gängiger Produkte überprüft. Die durchschnittliche Haltbarkeitsdauer einer Waschmaschine liegt demnach bei sieben Jahren, die eines Staubsaugers bei vier Jahren. Die Quote derjenigen Testgeräte, die diese Werte weit verfehlen, sei seit 2003 in etwa konstant.

Es lohne sich außerdem meistens, auf hochwertige Ware zu setzen. Eine Waschmaschine für mehr als 700 Euro halte im Dauerlauf deutlich länger als Geräte für weniger als 550 Euro. Zwar sei der Preis kein sicheres Orientierungskriterium, dennoch ließe sich für einige Produktgruppen eine ungefähre Preisgrenze nennen, an die sich Verbraucher zumindest als Daumenregel halten können. Eher nicht kaufen sollte man demnach:

  • Stabmixer für weniger als 20 Euro, die sogar schon beim Rühren von Wasser versagen.
  • Entsafter für weniger als 60 Euro, bei denen die Gefahr für einen Motorschaden besonders hoch ist.
  • Staubsauger für weniger als 80 Euro, deren Saugleistung schwach ist oder die sogar den Staub hinter sich wieder hinausblasen.
  • Stich- und Handkreissägen für weniger als 50 Euro, mit schwachen Motoren und schlechten Sägeblättern.
  • Akku-Bohrer für weniger als 50 Euro, die sich bestenfalls für leichte Gelegenheitsarbeiten eignen, aber nicht für den ambitionierten Heimwerker.