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Vermögensübergabe:Mit Schenkungen Steuern sparen

Vermögenswerte können außer durch ein Testament auch bereits im Laufe des Lebens übertragen werden - der Staat hilft mit Freibeträgen.

Die aktuelle Regierungskoalition hat etliche Probleme. Eines davon ist die Reform der Erbschaftsteuer. Dass diese überhaupt notwendig ist, hat die Bundesregierung dem Bundesverfassungsgericht zu verdanken. Dieses erklärte am 7. November 2006, das geltende Recht verstoße gegen den Gleichheitsgrundsatz, und setzte dem Gesetzgeber eine Frist bis zum 31. Dezember 2008, um eine Neuregelung zu treffen.

Ab Januar 2009 sollen neue gesetzliche Regelungen gelten - für die Übertragung von Privat- und Unternehmensvermögen.

(Foto: Foto: ap)

Während die Regierungsparteien noch über die Unternehmensübertragung streiten, können sich viele Erben wegen der geplanten höheren Freibeträge freuen - sofern Freude überhaupt ein Gefühl ist, das im Zusammenhang mit dem Thema Erbschaftsteuer aufkommen kann.

In den meisten Fällen sorgt diese Steuer für Verärgerung. Ein Verwandter ist gestorben, das von ihm Angesparte geht auf seine Erben über und der Staat hält dabei die Hand auf. Diese Sichtweise ist verbreitet. Oft kommen dann zum Ärger über die Abgabe auch noch finanzielle Schwierigkeiten. Werden Immobilien vererbt, sind schnell Steuern in nicht unerheblicher Höhe zu begleichen. Wenn hierzu die flüssigen Mittel fehlen, kann eine Erbschaft schon einmal im Immobilien-Notverkauf enden.

Durch Freibeträge die Steuerlast senken

Eine Vermögensübertragung sollte genauso gründlich geplant werden wie der Vermögensaufbau. Denn: Auch wenn die Erbschaftsteuer legal nicht zu umgehen ist, so kann doch bei sinnvoller Planung die Steuerlast deutlich gesenkt werden. Das deutsche Recht sieht neben der Erbschaft nämlich auch die Schenkung als Weg der Vermögensübergabe vor. Für beide Wege gelten die gleichen Freibeträge, das heißt, die gleichen Werte dürfen steuerfrei übertragen werden. Wie hoch diese Freibeträge sind, hängt von der Beziehung zwischen Geber und Empfänger ab.

So liegt der aktuelle Freibetrag für Ehepartner bei 307.000 Euro, für Kinder bei 205.000 Euro je Elternteil und für Enkel in der Regel bei 51.200 Euro. Diese Beträge sollen im Zuge der Gesetzesreform auf 500.000, 400.000 bzw. 200.000 Euro steigen. Im Falle einer Erbschaft kommt bei Ehepartnern und Kindern aktuell noch der sogenannte Versorgungsfreibetrag hinzu, der für Ehepartner 256.000 Euro und für Kinder je nach Alter zwischen 10.300 und 52.000 Euro beträgt.

Lesen Sie weiter, welche Regelungen bei nicht verheirateten Paaren gelten.