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Vermögensplanung:Sehnsucht nach Sicherheit

Umso erstaunlicher scheint es, dass im Frühjahr 2008 erstmals "Konsumausgaben" die "Altersvorsorge" als Sparziel Nummer eins ablösten - so eine Umfrage von TNS Infratest im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen. Das Ergebnis ist knapp: 64 Prozent der Bundesbürger sparten für Anschaffungen oder Reisen, für die Altersvorsorge legten nur 62 Prozent ihr Geld zurück. An dritter Stelle der Anlagemotive stand mit 52 Prozent das Wohneigentum. Wer vermutet, dass Eltern für ihren Nachwuchs sparen, wird enttäuscht: Lediglich vier Prozent der Befragten nennen die Sorge um die Zukunft der Kinder als Sparmotiv.

Experten empfehlen eine langfristige Vermögensplanung

Neben den Anlagemotiven fragte Infratest nach den genutzten Formen der Geldanlage. Hierbei zeichnete sich ein Trend ab, den auch die aktuellen Zahlen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) bestätigen: Die Zahl der Aktionäre in Deutschland ist in der jüngeren Vergangenheit stark gefallen. Im ersten Halbjahr 2008 hielten nur noch 3,5 Millionen Deutsche direkt Aktien. Ein drastischer Rückgang zu den nach DAI-Angaben über sechs Millionen Aktionären im Jahr 2000 und so wenige wie seit 1988 nicht mehr. Dagegen legten die Investitionen in Rentenpapiere nach Angaben der Bundesbank Anfang 2008 deutlich zu.

Hintergrund des Rückgangs der Aktionärszahl ist die Verunsicherung aufgrund der Krise an den Finanzmärkten und die damit einhergehenden Verluste an den internationalen Börsen. Langfristig orientierte Anleger sollten sich davon allerdings nicht schrecken lassen. Über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahrzehnten sorgten Aktien in der Vergangenheit praktisch immer für attraktive Renditen. Vermögensaufbau sollte daher immer mit Weitsicht betrieben werden; so sagt auch Finanzexpertin Svea Kuschel: "Die Zeit ist der Freund des Anlegers".

Beim Vermögensaufbau bereits an die Übergabe denken?

Weitsicht sollte allerdings nicht nur beim Aufbau eines Vermögens herrschen. Ausgeblendet wird bei der Vermögensplanung oft der übernächste Schritt - die Weitergabe. Denn viele der Gelder, die für die eigene Altersvorsorge angelegt werden, ruhen während des Rentnerdaseins auf eigens dafür angelegten Konten. Werden sie dann schlicht vererbt, fallen Steuern an. Eine gut geplante Vermögensübergabe kann dies zwar nicht verhindern, aber die Steuerlast deutlich reduzieren.