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Verbraucherschutz:Berufsunfähigkeit

Sie ist die Versicherungsart, bei der es die erbittertsten Streitigkeiten gibt: Jeder dritte Fall von Berufsunfähigkeit landet vor Gericht, weil die Versicherer gar nicht oder zu wenig zahlen. Kein Wunder, denn eine Berufsunfähigkeitsrente, die über viele Jahre gezahlt werden muss, kann den Versicherer hohe sechsstellige Beträge kosten.

Vor allem bei psychischen Erkrankungen weigern sich die Unternehmen daher häufig, den Anspruch auf die Rente anzuerkennen. In der Regel geben sie erst einmal ein Gutachten in Auftrag. Das kann dauern. Und: "Ein Gutachter , der sein Geld vom Versicherer erhält, ist nicht unbedingt neutral", erläutert die Hamburger Rechtsanwältin Isolde Bock, die regelmäßig Versicherte vertritt.

Entsprechend fallen die Expertisen in vielen Fällen gegen die Betroffenen aus. Ihnen bleibt dann nur, selbst ein Gutachten anfertigen zu lassen. Das ist jedoch teuer - und auch keine Garantie dafür, dass der Versicherer zahlt.

Fast zwangsläufig werden daher viele Fälle vor Gericht entschieden. "Dort gibt es dann zumindest ein neutrales Gutachten", sagt Anwältin Bock. Am Ende läuft es häufig auf einen Vergleich hinaus. So erklären sich Versicherer oft dazu bereit, die Berufsunfähigkeitsrente zumindest so lange zu zahlen, bis der Betroffene auf einen anderen Beruf umgeschult hat.

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