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Stromkosten:Was Verbraucher tun können

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und die Uni Leipzig sagen nur einen kurzzeitigen Anstieg der Stompreise voraus. An der Strombörse EEX kommen die "großen Vier", die kleineren Stadtwerke und ausländische Versorger zusammen, Angebot und Nachfrage bestimmen den Großhandelspreis für Strom. Der Preis für eine Kilowattstunde Strom lag an der EEX am Dienstag bei 5,2 Cent. Nach den Berechnungen der Potsdamer und Leipziger Wissenschaftler steigt dieser Preis beim geplanten Ausstieg bis zum Jahr 2022 auf 5,9 Cent. Bis 2030 pendele er sich dann zwischen fünf und sechs Cent ein.

Allerdings schränken Forscher ein: Die Preise würden sich nur dann so moderat entwickeln, wenn mit dem Ausstieg auch eine tatsächliche Energiewende einhergehe, wenn das Land also seine Energie effizienter nutzen würde. Dringend nötig ist nach Meinung vieler auch ein Ausbau der Infrastruktur, um Strom besser durch die Republik zu transportieren. Neue, bessere Leitungen sollen helfen, Engpässe zu vermeiden.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, das im Auftrag des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums neun andere Studien zum Thema ausgewertet hat. Die "realistische Obergrenze des ausstiegsbedingten Preisanstiegs" liege bei 0,5 bis ein Cent pro Kilowattstunde. Ein Durchschnittshaushalt muss mit Mehrkosten von 25 Euro pro Jahr rechnen. Das Bundeswirtschaftsministerium kalkuliert für einen Vier-Personen-Haushalt mit jährlich 30 bis 40 Euro mehr.

Eines hat sich durch den Ausstieg auf jeden Fall nicht verändert: Wer beim Strom sparen will, muss selbst aktiv werden. "Zu viele Verbraucher akzeptieren die Erhöhungen ohne weiteres", sagt Peter Reese von Verivox. Diese bleiben aber aus Unwissen oder Trägheit bei einem teuren Anbieter. Die Stiftung Warentest gibt Tipps, wie man im Dickicht von 900 Online-Stromrechnern den Überblick behält. Kunden, die sowieso weg wollen vom Atomstrom, sollten auf Ökostrom-Prüfsiegel wie "Grüner Strom Label" achten.

Fazit: Viele Studien sagen einen Preisanstieg voraus, der pro Jahr im zweistelligen Eurobereich bleibt. Abzuwarten bleibt allerdings, wie effizient die Bundesregierung ihre Energiewende umsetzt. Die Bürger sind dem Geschacher zwischen Politik und Wirtschaft aber nicht völlig ausgeliefert: Es liegt auch an ihnen selbst, wie viel sie für ihren Strom bezahlen.

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