US-Banken Die Pleitewelle rollt

Die Pleitewelle bei US-Banken ebbt nicht ab: Erneut mussten fünf Regionalbanken schließen. Damit steigt die Zahl der insolventen Geldhäuser seit Jahresbeginn auf 120.

Die Pleitewelle bei US-Banken ebbt nicht ab. An diesem Freitag berichtete die staatliche Einlagensicherung FDIC (Federal Deposit Insurance Corporation) im Internet von der Schließung von fünf Regionalbanken in mehreren Bundesstaaten.

In Schieflage geraten: Im Jahr 2009 ist die Zahl der Bankenpleiten in den Vereinigten Staaten so hoch wie seit 1992 nicht mehr.

(Foto: Foto: AFP)

Die staatliche Einlagensicherung FDIC schloss am Freitag die United Security Bank of Sparta im Bundesstaat Georgia, die Home Federal Savings Bank in Michigan, die Gateway Bank in Missouri, die Prosperan Bank in Minnesota sowie die United Commercial Bank aus San Francisco.

Damit stieg die Zahl der Bankenpleiten seit Jahresbeginn auf 120. Im Jahr 2008 mussten laut Wall Street Journal 25 Institute und 2007 lediglich drei Geldhäuser geschlossen werden.

Die United Commercial Bank in San Francisco mit Gesamtaktiva in Höhe von 11,2 Milliarden Dollar (etwa 7,5 Milliarden Euro) war die größte Bankeninsolvenz an diesem Freitag. Die anderen betroffenen Geldinstitute waren wesentlich kleiner. Ein Ende des Bankensterbens ist nicht abzusehen.

Im laufenden Jahr ist die Zahl der Bankenpleiten in Amerika so hoch wie seit 1992 nicht mehr, als zum Ende der schweren Krise der US-Sparkassen 181 Häuser in einem Jahr dichtmachen mussten. Während der gesamten jahrelangen Turbulenzen kamen damals Schätzungen zufolge sogar weit mehr als 2000 Sparkassen und Banken unter die Räder.

Freddie Mac benötigt Staatshilfe

Wie unterdessen bekannt wurde, schrieb der angeschlagene US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac im dritten Quartal erneut einen Milliardenverlust. Vor allem durch hohe Kreditausfälle sei ein Fehlbetrag von fünf Milliarden Dollar verbucht worden, teilte das staatlich kontrollierte Institut am Freitag nach US-Börsenschluss mit.

Freddie Mac will wie sein Schwesterkonzern Fannie Mae den Staat erneut um finanzielle Unterstützung bitten. Angesichts der anhaltenden Schwäche des Immobilienmarktes sei dies nötig, hieß es. Eine Summe nannte der Konzern zunächst nicht.

Fannie Mae hatte am Donnerstag seinen Bilanzdaten veröffentlicht. Demnach hat der größte Hypothekenfinanzierer der USA im dritten Quartal unter dem Strich einen Verlust von 18,9 Milliarden Dollar verbucht und benötigt vom Staat weitere 15 Milliarden Dollar.

Beide durch die Finanzkrise angeschlagenen Konzerne waren im September 2008 mit staatlichen Hilfen vor dem Kollaps bewahrt worden. Die US-Regierung wollte so den ins Rutschen geratenen Immobilienmarkt stützen und weitere Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten verhindern.