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US-Bank in der Finanzkrise:Merrill Lynch versilbert Bloomberg-Anteil

Die US-Investmentbank Merrill Lynch verkauft ihren Anteil am Finanzdatenkonzern Bloomberg - für 4,5 Milliarden Dollar. Die Bank kämpft mit Milliardenverlusten und braucht dringend frisches Kapital.

Die mit Milliardenabschreibungen kämpfende US-Investmentbank Merrill Lynch verkauft Kreisen zufolge ihren Bloomberg-Anteil an den Medienkonzern für 4,5 Milliarden Dollar zurück.

Die US-Investmentbank Merrill Lynch gehört zu den weltweit am stärksten von der Finanzkrise betroffenen Banken.

(Foto: Foto: AP)

Die unter Milliardenverlusten leidende Investmentbank Merrill Lynch verkauft Medienberichten zufolge ihre Beteiligung am US-Finanzdatenkonzern Bloomberg. Der Anteil von 20 Prozent gehe für rund 4,5 Milliarden Dollar (2,8 Mrd Euro) zurück an das Unternehmen des derzeitigen New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg, hieß es am Donnerstag in mehreren Zeitungen. Merrill Lynch benötigt wegen der Belastungen durch die Kreditkrise dringend frisches Kapital.

Merrill und der Finanzdaten-Dienstleister Bloomberg hätten sich auf diesen Preis für den 20-Prozent-Anteil geeinigt, sagte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Im Juni hatte Merrill-Chef John Thain erklärt, der Anteil sei bis zu sechs Milliarden Dollar wert.

Der Bloomberg-Deal soll den Kreisen zufolge noch am Donnerstag bekanntgegeben werden. Dann legt Merrill Lynch auch seine aktuellen Geschäftszahlen vor. Analysten erwarten bei dem weltgrößten Wertpapierhändler Abschreibungen im Zuge der Kreditkrise von bis zu sechs Milliarden Dollar.

Seit dem dritten Quartal 2007 hat Merrill bereits mehr als 30 Milliarden Dollar abgeschrieben und gehört damit zu den am stärksten von der Krise betroffenen Banken weltweit. Zusätzliche Anteilsverkäufe durch Merrill Lynch seien daher nicht ausgeschlossen, berichtete die New York Times.

Eine zunächst überlegte Veräußerung der milliardenschweren 49-prozentigen Beteiligung am Vermögensverwalter BlackRock sei aber wieder verworfen worden. Der Bloomberg-Konzern ist nicht börsennotiert. Auf der Basis des jetzigen Anteilsverkaufes würde die Gesellschaft mit rund 22,5 Milliarden Dollar bewertet werden.

Bürgermeister Bloomberg hält 68 Prozent an dem von ihm gegründeten Unternehmen mit Sitz in New York. Während der Amtszeit des Stadtoberhaupts liegen die Anteile in einer Treuhandgesellschaft, um mögliche Interessenkonflikte zu vermeiden.

© sueddeutsche.de/dpa/jkr
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