bedeckt München 24°

Urteile, Klauseln, Regelungen:Schnüffeln verboten

Nicht mit Gewalt!

Gibt es für den Vermieter keinen konkreten Anlass, hat er nur im Abstand von zwei Jahren ein Besichtigungsrecht. Handelt es sich um einen Altbau, darf er ihn einmal jährlich auf mögliche Mängel inspizieren. Kann der Mieter zum vereinbarten Zeitpunkt nicht persönlich anwesend sein, muss er dem Vermieter den Wohnungsschlüssel zugänglich machen.

Lässt der Mieter den Eigentümer nicht in die Wohnung, darf sich dieser nicht mit Gewalt Zutritt verschaffen. Er kann dann nur vor dem Amtsgericht klagen oder in eiligen Fällen eine einstweilige Verfügung beantragen. "Damit es erst gar nicht zu solchen Konfliktsituationen kommt, sollte man schon zu Beginn des Mietverhältnisses Regelungen über das Besichtigungsrecht des Vermieters treffen", sagt der Münchner Rechtsanwalt German Braun.

Diese Vereinbarungen sollten individuell ausgehandelt und schriftlich niedergelegt werden. Allerdings könne ein jederzeitiges Betretungsrecht des Vermieters nicht wirksam in einem Formularmietvertrag vereinbart werden.

Weigert sich der Mieter ohne Grund, den Vermieter in die Wohnung zu lassen, muss er dem Vermieter einen möglichen Schaden ersetzen, zum Beispiel die Mehrkosten für die An- und Abfahrt des Handwerkers. Wer die Wohnung vor Kaufinteressenten schlecht macht, muss ebenfalls mit Konsequenzen rechnen: Dies kann den Vermieter zu einer fristlosen Kündigung berechtigen.