Umfrage zur Schuldenkrise Deutsche verlieren Vertrauen in den Euro

Die Schuldenkrise verunsichert die Deutschen und schürt ihre Furcht vor Inflation: Jeder dritte Deutsche hat nur noch wenig oder gar kein Vertrauen mehr in den Euro, zeigt eine Studie.

Während die Politiker in Brüssel darüber beraten, wie die Staatsfinanzen saniert werden können, sorgen sich die Deutschen darum, wie es mit ihrem eigenen Vermögen weitergeht: Angesichts der Euro-Schuldenkrise wächst in Deutschland die Furcht vor einer massiven Geldentwertung. Jeder Dritte hat einer Studie zufolge kein oder wenig Vertrauen in die Stabilität des Euro.

Nach einer Studie im Auftrag der Allianz Bank sind 45 Prozent der Deutschen angesichts der Euro-Krise nicht sicher, wo ihr Geld am besten aufgehoben ist. Fast jeder Dritte hat außerdem nur noch wenig oder kein Vertrauen in den Euro.

(Foto: dpa-tmn)

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest im Auftrag der Allianz Bank ergab, dass inzwischen 46 Prozent der Befragten Angst davor haben, ihr Vermögen könnte durch Inflation seinen Wert verlieren. Bei der ersten Umfrage im Frühjahr waren es noch 37 Prozent. Immerhin 30 Prozent der Befragten gaben aber an, Vertrauen in die Stabilität der Währung zu haben.

Im gleichen Maße wie die Inflationsfurcht wuchs die Verunsicherung darüber, wo das eigene Vermögen möglichst verlustfrei angelegt werden kann: 45 Prozent gaben an, nicht sicher zu sein, wo ihr Geld am besten aufgehoben ist.

Während ohnehin wenig beliebte Anlagen wie Aktien oder Fonds weiter an Beliebtheit einbüßten, wuchs der Zuspruch für Immobilien oder Anlageformen wie Betriebsrenten. Weiter ganz vorne auf der Liste der beliebten Anlagen liegen Klassiker wie Sparbuch oder Sparbrief - 53 Prozent gaben an, dort Geld zu parken.

Trotz der wachsenden Sorgen sind nach wie vor 42 Prozent mit ihrem Vermögen zufrieden, auch wenn die Unterschiede in Deutschland regional weiter unterschiedlich ausfallen. Deutlich unglücklicher sind die Deutschen mit ihrem Nettoeinkommen. Bundesweit nur jeder Dritte gab an, damit zufrieden zu sein, was nach Abzug aller Kosten übrig bleibt. Im März waren es ebenso viele. 23 Prozent erwarten für die kommenden zwei Jahre eine Verbesserung, 20 Prozent rechnen damit, dass ihr Einkommen schrumpft. Die Mehrheit denkt, dass sich an ihrem Nettoeinkommen nichts ändern wird.

Schöne Wohnung, Kleidung und Schuhe

Zwar halten 66 Prozent Sparen für wichtig oder gar sehr wichtig. Doch nur 28 Prozent sind zufrieden mit der Summe, die sie dafür abzweigen können. Im März waren es 26 Prozent. Immerhin elf Prozent gaben an, dass ihnen kein Geld übrig bleibe, weder um sich Konsumwünsche zu erfüllen, noch um zu sparen. Wenn die Deutschen aber Geld ausgeben, um sich etwas zu gönnen, dann zahlen 66 Prozent am liebsten für die Verschönerung der Wohnung, für Kleidung und Schuhe (65 Prozent) oder für Reisen und Ausflüge (60 Prozent).

Für die Umfrage wurden Mitte November 2277 Menschen ab 18 Jahren befragt, die in ihrem Haushalt über finanzielle Fragen entscheiden oder mitentscheiden.