Tipps für Verbraucher Grün ist die Hoffnung und schwarz das Produkt

Stromhersteller werben oft mit sauberer Energieproduktion - doch die Wirklichkeit sieht meist anders aus.

(Foto: NDR)

Jedes Jahr blasen sie mit ihren Kohlekraftwerken gigantische Mengen des Klimakillers Kohlendioxyd in die Luft, jedes Jahr verbrennen ihre Autos Millionen Tonnen von Öl und von Jahr zu Jahr geben sie sich grüner als die Grünen - in der Werbung.

Die Rede ist von den Energie- und Autokonzernen, die sich das Thema Umwelt auf die Werbefahnen geschrieben haben. "Greenwashing" nennt man das neudeutsch, wenn sich ein Hersteller schmutziger Produkte mittels Werbung ein Saubermann-Image zulegen will.

Beispiel eins: der Stromkonzern RWE. In einem Werbespot aus dem Jahre 2009 besingt er seine Liebe zur Natur, zu Blumen und Bergen und zu einer intakten Umwelt: "I like the flowers, I like the daffodils. I like the mountains, I like the rolling hills."

Tatsächlich kommt der RWE-Strom größtenteils aus Kohle. Nur rund vier Prozent des RWE-Stroms stammt von erneuerbaren Energien.

Beispiel zwei: der Autoproduzent Opel. Man sieht ein süßes Rehkitzchen durchs zarte Grün springen, es folgt der Flügelschlag eines Schmetterlings, dann ein herabstürzender Wasserfall.

Das Ganze wird untermalt von Louis Armstrongs großer Versöhnungshymne: "I see trees of green, red roses too. I see them bloom for me and you, and I think to myself, what a wonderful world." Der Spot endet mit dem Satz: "Opel macht Deutschlands Straßen sauberer".

Nun sind Autos von Opel definitiv nicht die schlimmsten Dreckschleudern. Im Gegenteil. So mancher Opel hat in ADAC-Tests hinsichtlich Verbrauch und Umwelt schon mal die Nase vorn gehabt. Und doch: Im Vergleich zum PKW ist die Öko-Bilanz von Bahnen und Bussen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr unschlagbar.

Jürgen Fliege - Marketingprofi für Esoterisches