Tipps für Verbraucher Werbende Sportler - nur gut für die Industrie?

Szene aus einem nachgestellten Werbespots für Zwischenmahlzeiten.

(Foto: NDR)

Früher kämpften Helden für Ruhm und Ehre. Heute treiben sie Sport, heißen Sebastian Vettel, Magdalena Neuner oder Dirk Nowitzki und kämpfen für Ruhm und Geld. Das kommt in der Regel aus der Werbung. Und nichts ist für einen Sportler angenehmer, als wenn es neben den Siegerehrungen und Medaillen auch noch lukrative Werbeverträge gibt.

Das ist soweit auch völlig in Ordnung, und so gesehen ist es unproblematisch, wenn Biathlon-Ass Magdalena Neuner für Dessous wirbt oder sich vor alkoholfreiem Bier ablichten lässt. Doch was, wenn das Produkt, für das der Leistungssportler wirbt, nicht für einen gesunden Lebensstil steht?

Ein eindrückliches Beispiel lieferte Nationaltorwart Manuel Neuer: Während er einerseits auf der Homepage seiner Stiftung Kids foundation kritisiert, dass "ein gesundes Frühstück und eine warme Mahlzeit am Mittag in vielen Familien heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr" ist, warb derselbe Sportler andererseits für stark gezuckerten Brotaufstrich zum Frühstück. Zwar hat der Hersteller des Brotaufstrichs inzwischen beschlossen, nicht mehr mit Sportlern zu werben. Andere Süßwarenproduzenten sehen das aber ganz anders und setzen für die Verkaufsförderung ihrer Produkte nach wie vor auf bekannte Sportler-Gesichter.

Ein anderes Beispiel: Die Boxerin Susi Kentikian, die für eine fett- und zuckerhaltige Zwischenmahlzeit wirbt. "Aus guten Zutaten, und mit viel frischer Vollmilch. Schmeckt leicht, belastet nicht. Ideal für zwischendurch", heißt es in dem Spot.

Ideal für zwischendurch? Heißt: Macht gar nichts, ist ja nur für zwischendurch. Aber wenn sich die Zwischendurch-Mahlzeiten häufen, können sie den Körper eben doch belasten.

Grün ist die Hoffnung und schwarz das Produkt