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Tipps für Verbraucher:Waschmittelwerbung oder die Kunst, sauberer zu sein als rein

Seit langem gehört die Waschmaschine zur Grundausstattung eines jeden Haushaltes. Ohne sie wäre der Friede unter deutschen Dächern noch brüchiger, hätten viele Menschen weniger freie Zeit für sich und die schönen Dinge des Lebens. Den Geräteherstellern garantiert sie jedes Jahr Milliardenumsätze. Und auch die Waschmittelproduzenten freuen sich.

Ein Hersteller hat oft viele Waschmittelsorten im Programm.

(Foto: NDR)

Rund zwei Milliarden Euro gaben die Deutschen 2011 für Waschmittel aus. Doch wie überzeugt man die Kunden davon, dass das eigene Waschmittel-Produkt viel besser ist als das der Konkurrenten?

Dass die Wäsche damit viel "weißer" wird und dass "rein" eben nicht unbedingt "sauber" bedeutet? Seit Jahrzehnten zermartern sich die Werbestrategen so großer Hersteller wie Henkel, Procter & Gamble oder Unilever den Kopf, wie sie die reinlichen Deutschen von den eigenen Waschmittel-Marken überzeugen können. Und manchmal gelingt ihnen ein richtiger Werbe-Coup, werden die Helden der Waschmittelspots zu Ikonen ihrer Zeit, an die man sich noch Jahrzehnte später gerne erinnert.

Zum Beispiel an "Klementine", die Waschfrau der Nation, gespielt von der ansonsten weniger bekannten Schauspielerin Johanna König. Mit nützlicher Aufklärung hat die Waschmittelwerbung allerdings wenig zu tun. Denn sonst wüssten die Verbraucher ja, dass drei Hersteller etwa 90 Prozent der Waschmittel produzieren. Und es wäre ihnen auch klar, dass es beinahe egal ist, welches Waschmittel-Pulver man kauft.

Das zeigte jedenfalls eine Untersuchung der Stiftung Warentest, bei der 10 von 13 Vollwaschmittel-Pulvern mit "gut" abschnitten. Kein Wunder: Denn die Grundstoffe für die Waschmittel-Hersteller kommen auch von denselben Chemieunternehmen.

Fazit: Bei gleicher Waschleistung und Test-Note zählt letzten Endes vor allem der Preis.

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