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SZ-Serie: Die großen Spekulanten (12):Der Spieler, der aus Mallorca kam

Was trieb Homm dazu, abzuspringen und auch einen Teil seines eigenen Vermögens zu vernichten? "Es war eine Kurzschlusshandlung", sagt ein Vertrauter. Es könne nicht sein, dass er die Folgen seines Ausstiegs unterschätzt habe. Denn im November 2006 war der ACMH-Kurs schon einmal abgestürzt, weil Anleger Homms Abschied vermuteten. Damals fürchteten sie um sein Leben. In Venezuela wurde Homm auf dem Weg vom Flughafen nach Caracas bei einem Raubüberfall lebensgefährlich verletzt. Bald darauf arbeitete er wieder.

Leute, die ihm wohlgesonnen sind, erklären seinen plötzlichen Abgang ein Jahr später auch mit dem Drama von Caracas. Bald darauf verließ ihn seine Frau Sarah, die Schwester seines früheren Geschäftspartners Kevin Devine, und nahm die gemeinsamen Kinder mit zu ihren Eltern in die USA, wie es heißt. All das habe Homm tief getroffen, mit der zerrüteten Ehe habe er nicht umgehen können.

Dass Homm ein emotionaler Mensch ist, sehen auch seine Feinde so. Aufbrausend, bisweilen vulgär sei sein Auftreten. Sein Abgang bei ACMH habe aber eher damit zu tun, dass seine riskante und missglückte Anlagestrategie aufgeflogen sei. War Homm ein Spieler? "Er hat nicht aus Geldgier spekuliert, sondern weil er diese Bestätigung braucht, die der Spieler immer wieder braucht, wenn er einmal gewonnen hat", sagt ein Vertrauter. Sein Wagemut habe etwas ewig kindliches, mal agiere er berechnend, dann wieder ungehemmt. So beschreibt auch Dostojewski seinen Spieler.

Dabei begann Homms Karriere mustergültig. Das College in Harvard schließt der Sohn eines Installateurs aus Oberursel 1982 "cum laude" ab. Er beginnt mit 23 bei der Investmentbank Merrill Lynch. Später macht er in Harvard seinen Master-Abschluss, arbeitet für renommierte Firmen wie Fidelity, Julius Bär und Tweedy Browne. 1993 gründet er VMR - und beginnt sein umstrittenes Werk als Hedge-Fonds-Manager.

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