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Studie zu Einkommen:Glücklich, wer ein Staatsdiener ist

Finanzkrise - von wegen: Jeder erwachsene Deutsche hat durchschnittlich 150.000 Euro auf der hohen Kante liegen. Den Beamten geht es besonders gut.

Die Beamten stehen auf der Sonnenseite des Lebens - zumindest, was ihre aktuellen und künftigen Einnahmen angeht. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat die Vermögensverhältnisse der Deutschen geprüft und dabei nicht nur das Geld- und Sachvermögen berücksichtigt, sondern auch die Ansprüche aus der Altersvorsorge. Demnach schneiden Rentner und vor allem Beamte besonders gut ab, weil sie "keine eigenen Beiträge für die Altersvorsorge leisten müssen", sagt DIW-Experte Joachim Frick. Zudem würden sie auch keinem Arbeitslosigkeitsrisiko unterliegen.

Gelld, Euro, Foto: istock

Jeder erwachsene Deutsche besitzt im Schnitt 150.000 Euro, sagt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung.

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Und doch: Die Altersvorsorge ist den Experten zufolge der Hauptgrund dafür, dass das Gefälle zwischen Arm und Reich ein wenig abgemildert wird - zumindest noch.

Zwar habe fast ein Viertel der Deutschen kein Vermögen auf der hohen Kante oder sei sogar verschuldet, schreiben die DIW-Autoren. Allerdings hätte fast jeder Erwachsene eine Altersvorsorge aufgebaut. Da die Rentenansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung gedeckelt seien, könnten auch Spitzenverdiener nur Ansprüche bis zu einer gewissen Höhe erwerben.

150.000 Euro Durchschnittsvermögen

Die Bedeutung dieses Rentenpuffers werde jedoch in Zukunft sinken. So warnt das DIW, mehr Menschen könnten in den nächsten Jahren wegen Arbeitslosigkeit und reduzierter Sozialleistungen im Alter verarmen. Daher spiele gerade die private Altersvorsorge eine enorm wichtige Rolle.

Und genau die ist auch dafür verantwortlich, dass die Alterseinkünfte künftig wohl die Kluft zwischen Arm und Reich nicht mehr so stark verkleinern können. Bereits heute sei zu beobachten, dass die private Vorsorge am unteren Ende der Einkommensskala besonders schwach ausgeprägt sei, sagt DIW-Experte Markus Grabka. Geringverdiener dürften daher künftig noch stärker zurückfallen als heute.

Insgesamt haben die DIW-Experten für jeden erwachsenen Deutschen ein Durchschnittsvermögen von mehr als 150.000 Euro errechnet. Dies setze sich zusammen aus einem Geld- und Sachvermögen von 88.000 Euro sowie etwa 67.000 Euro an Pensions- und Rentenansprüchen. Insgesamt summierten sich die Rücklagen zur Alterssicherung im Jahr 2007 auf 4,6 Billionen Euro.

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