Studie Teures Glück

Wohneigentümer bauen sechsmal so viel Vermögen auf wie Mieter, wie eine Analyse des Forschungsinstituts Empirica und LBS Research ergab. Untersucht wurden Mieter und Eigentümer zwischen 50 und 59 Jahren mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen zwischen 1700 und 2300 Euro. Den Unterschied erklären die Experten so: Wer Kredite tilgen muss, vermeidet größere Ausgaben. Oft jahrzehntelang.

Der Weg zum Eigenheim ist steinig. Wer ihn geschafft hat, ist dafür meist zufrieden, wie eine Umfrage zeigt.

Von Marianne Körber

Ein Lottogewinn muss her, mindestens eine Million. Dann könnten sich viele Menschen in Deutschland ihren Traum schlechthin erfüllen: den vom Kauf eines Hauses oder einer tollen Wohnung. Und sie wissen ganz genau, wie dieses neue Zuhause aussehen sollte: zwischen 100 und 150 Quadratmeter groß, am Stadtrand gelegen, am See oder am Meer, mit Garten, Balkon oder Loggia. Auf jeden Fall soll es hell sein, gemütlich und praktisch. Auf Luxuseinrichtungen wie etwa ein Marmorbad oder einen Whirlpool würden die meisten gern verzichten, dafür legen sie Wert auf eine moderne Einbauküche, ein Gäste-WC und eine Garage.

Doch für die meisten bleibt es beim Träumen, wie eine repräsentative Studie des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) im Auftrag der Interhyp AG ergeben hat. Nur jeder Fünfte wohnt bereits in so einer Wunschimmobilie, gut die Hälfte der Befragten (54 Prozent) ist von der Verwirklichung der Träume weit entfernt. Immerhin sind acht Prozent bereits auf der Suche nach ihrer Wunschimmobilie, 13 Prozent haben einschlägige Pläne, drei Prozent stehen kurz vor dem Einzug.

Dass viele Bundesbürger vor einem Haus- oder Wohnungskauf zurückschrecken, hat mehrere Gründe, wie die Studie aufzeigt. 88 Prozent der Mieter befürchten etwa, dass die Zusatz- beziehungsweise Baunebenkosten unkalkulierbar werden, fast genauso viele sorgen sich wegen der hohen Kreditbelastung. 79 Prozent haben Angst, dass der vereinbarte Festpreis nicht eingehalten werden könnte.

Viele wüssten schon, wo sie bauen würden, finden aber kein passendes Grundstück - daran scheitern die meisten Bauvorhaben, wie eine Umfrage unter Architekten ergab. Weitere Gründe für das Misslingen von Bauprojekten liegen - natürlich - im finanziellen Bereich. Von Architekten gab es im Rahmen der Studie aber auch Lob für die Häuslebauer: Sie seien kostenbewusster geworden, die meisten schätzten ihre Möglichkeiten bei der Verwirklichung ihres Wohntraumes richtig ein.

Die Interhyp-Studie, für die im Juli etwa 2100 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt wurden, berichtet aber auch über den Stolz der Besitzenden. 93 Prozent der Eigentümer sind demnach sehr zufrieden mit ihrer Entscheidung, eine Immobilie gekauft oder gebaut zu haben.

Das Ergebnis passt gut zu einer Umfrage der Universität Hohenheim für die Bausparkasse LBS: Diese befragte 2788 Haus- oder Wohnungsbesitzer in Baden-Württemberg und 1442 deutschlandweit, ob sie den Kauf ihrer Immobilie je bereut haben - haben sie nicht. 80 Prozent würden noch einmal zuschlagen, die meisten sogar bei derselben Immobilie. Die eigenen Wände machen offenbar glücklich.