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Strom:Besser die Leitungen kontrollieren

Nichts ist für die Ewigkeit, das trifft auch auf Kabel zu. Mit der Zeit wird die Isolierung porös, sie bietet dann keinen Schutz mehr. Das kann gefährlich werden, es können auch Brände entstehen.

Nichts ist für die Ewigkeit, das trifft auch auf Stromkabel zu. In der Regel geben Hersteller nur zehn Jahre Garantie auf ihr Produkt, berichtet die Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz. Denn Weichmacher in der Kunststoffisolierung des häufig in der Wohnungsinstallation verwendeten Kabeltyps mit der Abkürzung NYM reagieren mit Sauerstoff. Auch UV-Strahlen haben Auswirkungen auf NYM-Kabel, erklärt Wilhelmina Katzschmann, Vizepräsidentin der Kammer. Die Folge: Mit der Zeit werde die Isolierung porös, sie biete keinen Schutz mehr. Dann sind die Kabel eine lebensbedrohliche Gefahr bei Berührung, auch Brände können entstehen.

Das trifft vornehmlich offen liegende Kabel, die dazu noch in Fensternähe verlegt sind. Sie sind dort viel Licht und damit UV-Strahlung ausgesetzt. Aber auch Installationen im Schutz von Rohren und unter dem Putz sind nicht ewig haltbar: Auch darin befindet sich Sauerstoff, und es kommt zu einem Zersetzungsprozess - der allerdings langsamer vonstatten geht, erklärt Katzschmann. Aber auch bei diesen Unterputz-Installationen sei kein ewig währender Schutz gegeben. Die Expertin rät daher bei jeder Renovierung zur Überprüfung der elektrischen Anlagen durch ein zertifiziertes Elektrounternehmen. Gesetzlich vorgeschrieben ist dieser E-Check aber nicht, betont die Diplomingenieurin.

Doch nicht nur die begrenzte Lebensdauer der Kabel kann ein Problem im Gebäude sein, auch der Stand der Technik hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark weiterentwickelt. So gehören für Katzschmann etwa die in den Siebzigerjahren verwendeten Stegleitungen schon längst ausgetauscht.