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Stresstest:USA und Großbritannien simulieren Banken-Pleite

Banks Face 6 Billion Of Libor Litigation

Blick auf den Londoner Finanzdistrikt. Im Vordergrund: Das Gebäude eines Rückversicherers, genannt "The Gherkin".

(Foto: Jason Alden/Bloomberg)
  • Amerikaner und Briten wollen bei einem Banken-Stresstest prüfen, ob sie den möglichen Zusammembruch eines sehr großen Geldinstituts verkraften könnten.
  • In Europa soll am 26. Oktober das Ergebnis eines umfassenden Bankentests veröffentlicht werden.

Crash-Simulation eines riesigen Banken-Instituts

Die USA und Großbritannien wollen gemeinsam den Kollaps einer internationalen Großbank simulieren. Die beiden Länder wollen bei dem Test am Montag prüfen, ob sie rund sechs Jahre nach der Finanzkrise einen möglichen Zusammenbruch eines riesigen Geldinstituts verkraften könnten. "Wir werden sicherstellen, dass wir ein Institut abwickeln können, das man zuvor als zu groß zum Scheitern betrachtet hat. Wir sind zuversichtlich, dass wir nun Wahlmöglichkeiten haben, die in der Vergangenheit nicht existierten", sagte der britische Finanzminister George Osborne am Freitag beim Jahrestreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF).

An der Simulation sollen auch der amerikanische Finanzminister Jack Lew, die Notenbank-Chefin Janet Yellen und der Notenbankgouverneur Großbritanniens, Mark Carney, teilnehmen. Als Konsequenz aus der Finanzkrise wurden in den USA und Großbritannien die Regeln für die Banken verschärft.

Ergebnisse der EZB-Stresstests werden Ende Oktober bekannt

In Europa werden die Stresstests der Banken Ende Oktober abgeschlossen. Am 26. Oktober veröffentlichen die Aufseher die Ergebnisse ihrer Prüfungen. In den vergangenen Monaten durchleuchteten Tausende Experten der Europäischen Zentralbank (EZB), nationale Aufseher und externe Wirtschaftsprüfer mit gewaltigem Aufwand die Bilanzen der Banken auf der Suche nach möglichen Altlasten oder Kapitallöchern. Verknüpft wurde dieser Bilanzcheck mit einem Stresstest. Dabei wurde simuliert, ob die Institute im Falle eines Wirtschaftseinbruchs und eines Absturzes der Immobilienpreise ausreichend Kapital haben, um ihr Geschäft fortzuführen.

Die EZB nahm dabei nach aktuellen Angaben 130 Banken im Euroraum unter die Lupe. Darunter sind 23 deutsche Institute, sowie der Deutschland-Ableger der schwedischen Bank SEB. Die Banken selbst will die EZB 48 Stunden vor Veröffentlichung der Daten aus Bilanzcheck und Stresstest über ihre endgültigen Resultate informieren. Sollten die Prüfungen Kapitallöcher aufzeigen, müssen die betroffenen Institute binnen zwei Wochen nach Veröffentlichung der Ergebnisse der EZB Pläne vorlegen, wie sie diese stopfen wollen.