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Streit um Banken-Engagement:Seibert und die Jumbo-Peanuts

Deutsche Bank und deutsche Banken - da kann schon mal etwas durcheinandergeraten. Wenn das allerdings einem Regierungssprecher Steffen Seibert passiert, ist das gefährlich. Jetzt streiten sich Frankfurt und Berlin.

Gefühlt hat sich seit der Geburtstagsfeier von Josef Ackermann im Kanzleramt im Jahr 2009 das Verhältnis zwischen dem Deutsche-Bank-Boss und Angela Merkel fortwährend abgekühlt.

Die Schonfrist für Merkels Sprecher ist um

Regierungssprecher Steffen Seibert erzürnt die Deutsche Bank. Das Verhältnis zwischen dem Finanzinstitut und der Kanzlerin Angela Merkel dürfte sich abkühlen - mal wieder.

(Foto: dpa)

Jetzt aber wurde das Verhältnis zwischen der Deutschen Bank und der Regierung schockgefrostet - und schuld ist eine Aussage des Regierungssprechers Steffen Seibert am Tag nach der Irland-Rettung.

Da hatte Seibert von erheblichen Belastungen deutscher Institute wegen der Irland-Krise gesprochen und dabei ausdrücklich die Deutsche Bank erwähnt. Anschließend korrigierte er sich zwar selbst und erklärte, dass das Institut "von den Schuldenproblemen Irlands nicht in herausgehobener Weise betroffen" sei - es gehe netto um weniger als 400 Millionen Euro. Seibert wollte offenbar lediglich auf Anzeichen hinweisen, dass verschiedene deutsche Banken von der irischen Schuldenproblematik betroffen sein könnten.

Doch die späte Korrektur half nur wenig. Seibert bekam den Zorn der Deutsche-Bank-Verantwortlichen ab. Rufschädigung habe Merkels Sprecher da begangen, klagte der Branchenprimus der Finanzindustrie. Die Deutsche Bank weise diese öffentlichen Mutmaßungen in aller Form als falsch und rufschädigend zurück, hieß es.

Ein Blick auf die Börsenkurse hatte diese Reaktion vielleicht befeuert. Denn in der Tat verlor die Deutsche-Bank-Aktie nach der Seibert-Aussage am Montagnachmittag an Wert, allerdings die meisten anderen Finanztitel auch. Über den Tag verloren die Deutsche-Bank-Papiere 1,4 Prozent.

Für eine Verbesserung des Klimas müssen sich Kanzleramt und Deutsche Bank nun etwas einfallen lassen - damit das Klima zwischen Berlin und Frankfurt nicht dauerhaft tiefgefroren daherkommt.