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Strafe angenommen:Madoff arrangiert sich mit seinem Schicksal

"Die Entscheidung ist getroffen, und das war es": Bernard Madoff, zu 150 Jahren Haft verurteilter Milliarden-Betrüger, akzeptiert sein Gerichtsurteil.

Die Strafe ist typisch amerikansich: Zu 150 Jahren Haft hat ein US-Gericht den Mega-Betrüger Bernard Madoff verurteilt. Jetzt hat der Ex-Broker den Richterspruch akzeptiert. Madoff werde gegen seine Verurteilung keine Berufung einlegen, sagte Ira Sorkin, der Anwalt des Betrügers, dem TV-Sender CNN: "Die Entscheidung ist getroffen, und das war es." Experten hatten die Erfolgsaussichten einer Berufung ohnehin als gering eingestuft.

Bernard Madoff, Reuters

Milliarden-Betrüger Bernard Madoff hat seine Haftstrafe akzeptiert.

(Foto: Foto: Reuters)

Derzeit befinde sich Madoff weiter übergangsweise in einem Gefängnis im New Yorker Stadtteil Manhattan, sagte sein Anwalt. Der Verurteilte wartet dort auf die Entscheidung über seinen endgültigen Haftort.

Unterdessen melden sich immer mehr Anleger zu Wort, die von Madoff geprellt wurden. Die Zahl der Schadensersatzforderungen beträgt 15.400 und hat sich damit seit Juni noch einmal fast verdoppelt.

Rücktritt von SEC-Managerin

Wohin die Milliarden, die Bernard Madoff eingesammelt hat, genau geflossen sind, das weiß im Moment noch niemand so recht. Die Behörden tappen bei der Suche bisher noch weitgehend im Dunkeln. Bisher konnte lediglich ein Bruchteil der vermuteten Geldsumme sichergestellt werden. Ein großer Teil des Geldes neuer Kunden ging allerdings stets zur Auszahlung angeblicher Gewinne wieder an bestehende Anleger zurück.

Mit diesem Schneeball-System hatte der Ex-Broker jahrzehntelang weltweit mehrere tausend Anleger geprellt. Der Schaden aus den Betrügereien beläuft sich Behördenangaben zufolge auf 65 Milliarden Dollar (46 Milliarden Euro).

Der Betrugsfall Madoff hat auch Folgen für die US-Börsenpolizei SEC. Nach schweren Fehlern der Aufsicht hat eine Top-Beamtin ihren Rücktritt angekündigt. Damit dreht sich das Personalkarussell an der Spitze der SEC weiter, die wegen Versäumnissen in der Finanzkrise bereits seit längerem in der Kritik steht.

Vorwurf: mangelhafte Kontrolle

Die 49-jährige Lori Richards leitete die Abteilung, die unter anderem Broker, Hegde-Fonds und Investmentberater überwachte. Sie werde die SEC Anfang August verlassen, teilte die Behörde mit.

Der Rücktritt ist der jüngste in einer Reihe von Wechseln in der SEC-Leitung. Die seit Januar amtierende Chefin Mary Schapiro hat einen weitreichenden Umbau der Aufsicht eingeleitet.

Kritiker werfen der SEC vor, durch mangelhafte Kontrolle zur Finanzkrise beigetragen zu haben. US-Präsident Barack Obama hat eine Neuorganisation der in den Vereinigten Staaten zwischen vielen Organisationen zersplitterten Finanzaufsicht angekündigt.

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