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Stiftung Warentest: Elektrofahrräder:Schwachpunkt Bremsen

Elektrofahrräder sind der absolute Trend bei Radsportlern: Aber wie sicher sind eigentlich Pedelecs und E-Bikes? Bei einem Härtetest der Stiftung Warentest zeigen die Räder gefährliche Mängel.

Ihr angestaubtes Image haben Elektrofahrräder abgelegt: Dank elektrischer Motorunterstützung sind Gegenwind und Steigungen kein Problem mehr.

Themendienst Gesundheit & Wellness: Elektrofahrraeder sind nicht nur etwas fuer aeltere Radler

Fahrräder mit Elektroantrieb.

(Foto: dapd)

Für Touren bis 100 Kilometer

Erstmals führte die Stiftung Warentest einen umfangreichen Test von zwölf Elektrofahrrädern durch. Die ausgewählten Komfort- und Trekkingräder gehören zur Gruppe der Pedelecs. Der inzwischen gebräuchliche Name steht für "Pedal Electric Cycle". Das sind Fahrräder, bei denen ein Elektromotor den Radler unterstützt, solange er in die Pedale tritt.

Gasgeben ohne zu treten, wie bei einem Mofa, ist nicht möglich. Beim Fahren schaltet sich der Motor ab, sobald 25 km/h erreicht sind. Wer schneller fahren möchte, muss auf Muskelkraft umschalten. Führerschein und Versicherungs­kennzeichen sind für Pedelecs nicht erforderlich. Immerhin: Die Kraft der leistungsstarken Akkus kann inzwischen für Touren bis rund 100 Kilometer Länge ausreichen.

Sportlich oder komfortabel fahren

Den Elektroantrieb gibt es für alle Fahrradtypen. test hat sich bei der Auswahl für die Untersuchung an einer Umfrage unter rund 1000 test-Lesern orientiert und Modelle der beiden beliebtesten Bauarten ausgewählt: Alu-Komforträder mit tiefem Durchstieg und Alu-Trekkingräder mit 28-Zoll-Laufrädern sowie Diamantrahmen. Auch innerhalb der Gruppen ist für jeden Geschmack etwas dabei: Unterschiedliche Reifenbreiten, Lenker- und Sattelformen sowie Naben- oder Kettenschaltungen - je nachdem ob Radler eher sportlich oder komfortabel unterwegs sein möchten.

Umfassende Prüfungen

In Bayern ging es bergauf, bergab und über gerade Strecken: Drei Frauen und vier Männer, alles erfahrene Freizeitradler, sammelten auf der Teststrecke ihre Eindrücke. Zusätzlich führten die Tester in mehreren Labors umfangreiche Prüfungen zur elektrischen und mechanischen Sicherheit durch. Ein Prüfstand etwa simulierte eine Fahrtstrecke von 20.000 Kilometern, um die Bruchfestigkeit von Gabel, Lenker und Vorbau, Sattelstütze sowie Rahmen zu testen.

Darüber hinaus holperten die Räder noch über einem Rollenprüfstand: Dadurch wurden unebene Straßenbeläge wie Pflastersteine nachgeahmt, um die Haltbarkeit weiterer Teile zu testen - vom Schutzblech bis zum Gepäckträger. Bei der Begutachtung der Bremswirkung flossen neben den subjektiven Erfahrungen der Testradler auch Messungen im Prüflabor ein.

Knackpunkt Rahmen und Bremsen

Die Rahmen und Bremsen von Pedelecs müssen dem höheren Gewicht der Räder und der höheren Durchschnittsgeschwindigkeit standhalten. Aber gerade in dem Punkt offenbarten manche Räder im Test ihre Schwächen. Schon nach knapp 10.000 Kilometern brach bei einem Rad der Rahmen. Das ist mangelhaft. Das zweite Mangelhaft im Test kassierte ein weiteres Pedelec für seine viel zu schwachen Bremsen. Bei drei weiteren Modellen ist die Bremswirkung nur ausreichend. Sie verpassten daher ein besseres Qualitätsurteil.

Mehr als 2000 Euro

Für eines der drei guten Elektrofahrräder müssen Radler zwischen 2200 und 2700 Euro ausgeben. Dafür erhalten sie Räder mit guten Fahreigenschaften und sehr effektiven Bremsen. Raum für Verbesserungen gibt es aber auch hier. Mal war die Akkuladedauer etwas lang, bei allen das Licht nur durchschnittlich sowie die Gebrauchsanleitung oder CE-Kennzeichnung unvollständig.

Sicher fahren

Selbst geübte Fahrradfahrer sollten sich Zeit nehmen, um sich an das Pedelec zu gewöhnen. Sonst kann es auch mal kritisch werden auf der Straße. Bei einigen Pedelecs wird die Motorunterstützung durch einen Sensor aktiviert, der auf die Umdrehung der Pedalkurbel reagiert. Dadurch kann der Schub verzögert einsetzen oder der Motor noch nachlaufen - auch wenn der Radler schon aufgehört hat zu treten.

Pedelecs, deren Steuerung dagegen auf Pedaldruck reagieren, können sich an der roten Ampel plötzlich in Bewegung setzen, wenn der Fuß auf dem Pedal ruht. Das ist zum Beispiel der Fall bei Radlern, die es gewohnt sind, noch im Stand das Pedal auf "fünf nach Zwölf" zu stellen und dann mit vollem Körpergewicht aufs Pedal steigen. Sicherer ist es, mit dem Pedal unten zu starten und erst dann mit Kraft in die Pedale zu treten, wenn es losgehen soll und der Radler im Sattel sitzt. Eine Umstellung vom gewohnten Fahrverhalten ist also durchaus angebracht.

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