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Steuerpolitik:Rechenbeispiele: So viel Geld bleibt im kommenden Jahr

Im Westen Deutschlands werden dagegen so gut wie alle Arbeitnehmer mit Kindern im kommenden Jahr mehr Geld zur Verfügung haben. Das liegt im Vergleich zu Familien im Osten daran, dass die Beitragsbemessungsgrenze zur Renten- und Arbeitslosenversicherung lediglich um 150 Euro auf dann 6350 Euro steigt. Finanzielle Einbußen wird es für Singles ohne Kinder geben, die einzeln veranlagt werden und die mehr als 6500 Euro Brutto monatlich verdienen.

Freuen dürfen sich alle Arbeitnehmer in Ost und West, deren Gehalt unter der Obergrenze für die Sozialbeiträge liegt - und das ist die große Mehrheit der Bürger. Sie werden im kommenden Jahr mehr Geld zur Verfügung haben als 2016. Damit erfüllt die Bundesregierung zumindest das Ziel, die Bezieher geringer und mittlerer Einkommen zu entlasten.

Eine Familie in Nürnberg beispielsweise, bei der einer der Partner 5500 Euro brutto verdient, der andere halbtags 2500 Euro, hat 166 Euro mehr zur Verfügung.

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Alleinstehende werden 2017 kaum profitieren

Grundlage der Berechnungen sind die für 2017 beschlossenen steuer- und sozialpolitischen Änderungen. Danach steigt der Grundfreibetrag jedes Steuerpflichtigen für 2017 auf 8820 Euro. Der Kinderfreibetrag wird pro Elternteil um 54 Euro auf insgesamt 2358 Euro steigen. Hinzu kommt das neue Kindergeld, das künftig für das erste und zweite Kind bei 192 Euro liegen wird, für das dritte Kind gibt es 198 Euro, für das vierte und jedes weitere Kind 223 Euro. Außerdem wird auch im kommenden Jahr wieder die sogenannte kalte Progression korrigiert, also das Zusammenspiel von steigendem Einkommenstarif und höherer Inflation. Die Korrektur verhindert, dass Lohnsteigerungen über höhere Steuertarife aufgezehrt werden.

Hechtner hat alle diese Veränderungen einkalkuliert und auch berücksichtigt, dass höhere Abgaben für die sozialen Sicherungssysteme auch in der Steuererklärung auf die Steuer angerechnet werden können. Soziale Zusatzleistungen im unteren Einkommensbereich oder auch Minijobs sind dagegen nicht in die Berechnungen eingeflossen.

Weil ein großer Teil der Entlastung durch das höhere Kindergeld und den höheren Kinderfreibetrag zustande kommt, profitieren Alleinstehende und kinderlose Paare 2017 kaum von den steuerlichen Veränderungen. Zwar werden auch bei kinderlosen Arbeitnehmern höhere Einkommen tendenziell stärker entlastet als niedrigere Einkommen, diese Vorteile werden allerdings im kommenden Jahr überdurchschnittlich oft durch steigende Sozialabgaben wieder neutralisiert.