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Steuererklärung:Keine Belege mehr nötig

Künftig müssen Bürger den Papierkram nur noch aufbewahren, und zwar ein Jahr lang ab Bestandskraft des Steuerbescheids. Aber: Das Finanzamt kann Unterlagen bei Bedarf später noch nachfordern.

Nicht nur die Tarife verändern sich, auch sonst gibt es für Steuerzahler einige Neuerungen.

Belege: Wer 2018 seine Steuererklärung für 2017 abgibt, muss nicht mehr automatisch seine Belege mitschicken. Bislang galt: Kein Nachweis, keine Berücksichtigung der Kosten. Künftig müssen Steuerzahler Belege nur noch aufbewahren, und zwar ein Jahr lang ab Bestandskraft des Steuerbescheids. Aber: Das Finanzamt kann Unterlagen bei Bedarf nachfordern.

Steuerklasse: Ab 2018 bekommen Paare nach der Hochzeit automatisch die Steuerklassenkombi IV/IV zugeordnet, egal, ob beide Partner berufstätig sind oder nicht. Welcher Mix für das Ehepaar optimal ist, hängt aber vom Verdienst der beiden ab. Frisch Verheiratete sollten ab 2018 prüfen, ob sie nicht besser auf günstigere Steuerklassen umsteigen. Das geht einmal im Jahr, bis spätestens 30. November. Neu ist auch, dass ein Ehepartner mit Steuerklasse III oder V ohne Einverständnis des anderen den Wechsel in IV/IV beantragen kann.

Arbeitsmittel: Wollen Berufstätige teure Arbeitsmittel wie einen Laptop als Werbungskosten geltend machen, sollten sie den Kauf lieber aufs neue Jahr schieben. Bis Silvester dürfen solche Geräte nicht mehr als 487,90 Euro kosten, um sie auf einen Schlag absetzen zu können; Teureres lässt sich nur über Jahre verteilt abschreiben. Ab 2018 liegt die Grenze fast doppelt so hoch bei 952 Euro.

Abgabefrist: Für das Steuerjahr 2018 ändern sich die Stichtage zur Abgabe der Steuererklärung. Allgemeine Deadline ist künftig der 31. Juli (bisher 31. Mai). Mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein gilt künftig der 28. Februar des folgenden Jahres. Aber Achtung: Die Steuererklärung für 2017 muss noch zu den alten Fristen bis 31. Mai und 31. Dezember 2018 eingereicht werden.