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Starinvestor George Soros:Gold? Bloß nicht!

Seit langem kennt der Goldpreis nur eine Richtung: nach oben. Dem US-Starinvestor George Soros war das nicht mehr geheuer - er trennte sich von fast allen Beständen. Einer seiner großen Konkurrenten ist da allerdings völlig anderer Ansicht.

US-Starinvestor George Soros hat im ersten Vierteljahr 2011 fast seine gesamten Gold-Bestände im Wert von knapp 800 Millionen Dollar verkauft. Einige andere große US-Investoren - etwa Eric Mindich und Paul Touradji - zogen sich ebenfalls aus dem Edelmetall zurück, wie aus Meldungen an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht.

"Ultimative Blase" - Starinvestor George Soros ist schon länger skeptisch, was die Kursentwicklung von Gold angeht.

(Foto: BLOOMBERG NEWS)

Der bekannte Gold-Optimist John Paulson hielt dagegen an Gold fest. In den USA sind institutionelle Investoren dazu verpflichtet, ihre Transaktionen quartalsweise an die SEC zu melden. Diese Dokumente bieten den besten Einblick in die Spekulationen von Hedgefonds.

Soros hatte die Preisentwicklung beim Gold schon Anfang 2010 als die "ultimative Blase" bezeichnet. Den SEC-Daten zufolge stieß er sein Gold lange vor dem jüngsten Preisrutsch am Rohstoff-Markt ab - Berichte über seine Verkäufe waren einer von mehreren Auslösern für den Kollaps der Kurse.

Um in Gold zu investieren, hatten die Wall-Street-Größen vor allem auf börsennotierte Indexfonds (ETFs) zurückgegriffen, die Barren in ihren Portfolios hielten.

Soros besaß Ende März Anteile am weltweit größten Produkt dieser Art, dem SPDR Gold Shares, und ähnlichen Fonds im Wert von sieben Millionen Dollar, wie der SEC-Bericht zeigte. Das war nur noch ein Bruchteil der 774 Millionen Dollar, die er Ende Dezember 2010 entsprechend angelegt hatte.

Gold-Optimist Paulson tanzt aus der Reihe

In den vergangenen Jahren hatte Soros die Engagements seiner Hedgefonds in Gold-ETFs schrittweise ausgebaut. Am SPDR Gold Shares hielt er Ende März noch 49.400 Anteile, Ende 2010 waren es 4,7 Millionen gewesen. Seine fünf Millionen Anteile am iShares Gold Trust habe Soros in dieser Zeit komplett abgestoßen.

Soros' Verkäufe ergäben Sinn, sagte Mark Luschini, Chef-Investmentstratege beim Finanzdienstleister Janney Montgomery Scott aus Pittsburgh. Denn der Hedgefondsmanager habe seine Gold-Investitionen mit der Furcht vor einer Deflation begründet. Angesichts der jüngsten Entwicklungen sei eine derartige Entwicklung jedoch unwahrscheinlicher geworden.

Eric Mindich, Chef des Hedgefondsanbieters Eton Park Capital Management, hat seine Investitionen in Gold-ETFs der SEC zufolge im ersten Quartal halbiert.

Und Paul Touradji, der einen der weltweit größten Hedgefonds auf Rohstoffe verwaltet, verkaufte Anteile am SPDR Gold Shares im aktuellen Wert von 25 Millionen Dollar.

Aus der Reihe tanzte lediglich der bekennende Gold-Optimist John Paulson. Er hielt an seinen 31,5 Millionen Anteilen am SPDR Gold Shares im Wert von 4,4 Milliarden Dollar fest. Damit war er auch Ende März der größte Anteilseigner dieses ETFs.

© sueddeutsche.de/Reuters/pak

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