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Staatsanwaltschaft schaltet sich ein:Blaues Band der Sympathie

Nach dem Deal interessierte sich auch ein Untersuchungsausschuss des österreichischen Parlaments für den Verkauf an die Bayern. Als Berlin als Zeuge zu diesen Vorgängen befragt wurde, schwieg er. "Die Investoren unterliegen natürlich dem Bankgeheimnis." Ein Parlamentarier rechnetete schon damals vor, Berlin und seiner Investorengruppe sei es gelungen, durch den Einstieg bei der HGAA und den raschen Verkauf der Anteile an die BayernLB innerhalb von nicht einmal sechs Monaten 150 Millionen Euro zu verdienen. Das sei "sicher nicht üblich". Solche Gewinnspannen seien auf gewisse Informationen zurückzuführen, argwöhnte der FPÖ-Abgeordnete und hakte bei Berlin nach. "Sie haben sicher Insiderinformationen gehabt." Berlin erwiderte, man habe die HGAA zuerst an die Börse bringen wollen, dann sei die BayernLB gekommen, und mit der sei man dann handelseinig geworden.

Was für eine Wertsteigerung

Während man heute dem Verdacht nachgeht, die HGAA sei seinerzeit zu teuer verkauft worden, lautete seinerzeit in Österreich der Vorwurf, die HGAA sei an die Bayern unter Preis verschleudert worden. Berlin triumphierte damals - es sei gelungen, bei der BayernLB mehr herauszuholen als bei anderen Interessenten. Wenige Monate vor dem Verkauf an die BayernLB seien für die gesamte HGAA nicht einmal zwei Milliarden Euro geboten worden. Die BayernLB zahlte dann für etwas mehr als die Hälfte der Anteile schließlich 1,7 Milliarden Euro, dabei wurde ein Unternehmenswert der HGAA von rund 3,3 Milliarden Euro zugrunde gelegt.

Eine erstaunliche Wertsteigerung also innerhalb kurzer Zeit. Berlin erzählte den Abgeordneten stolz, die BayernLB sei eben bereit, eine "hohe strategische Prämie zu zahlen". Eine Prämie dafür, dass sie nun sinnvoll expandieren könne, nachdem ihr andere Gelegenheiten zum Zukauf in Österreich und darüber hinaus entgangen seien. Für die BayernLB sei das Geschäft mit der HGAA ein "genialer Schachzug". Für Ex-Landesbankenchef Werner Schmidt war es eine "Win-win-Situation". Profitiert haben vor allem Berlin und seine Investorengruppe. Die Geldgeber sollen von Dezember 2006 bis Februar 2007 knapp 700Millionen Euro für ein Viertel der HGAA-Anteile bezahlt und dafür beim Verkauf der Kärntner Bank an die BayernLB 850 Millionen Euro kassiert haben.

Ermittlungen sollen nun zeigen, warum der Preis so war, wie er war. Und welche Rolle die Beteiligten dabei spielten. An jenem 22. Mai waren viele gekommen, um beim Deal mit dabei zu sein. Der damalige bayerische Finanzminister Kurt Faltlhauser, Siegfried Naser, Präsident des Sparkassenverbands Bayern, dem die andere Hälfte der BayernLB gehörte. Dazu gesellte sich der inzwischen verstorbene damalige Kärtner Landeshauptmann Jörg Haider, der 25 Prozent seiner Anteile verkaufte - und den Deal damals in hohen Tönen lobte. "Wir verkaufen nicht an Heuschrecken-Höllenhunde, sondern an Partner aus Bayern, die Sympathie für Kärnten haben."