bedeckt München

Service für Mieter:Nicht mehr zum Briefkasten

Daniel schickt die Mieter zur Schuldnerberatung oder nimmt zu sozialen Diensten Kontakt auf, beispielsweise über "Regsam", das regionale Netzwerk für soziale Arbeit in München. Oder sie weist auf die Möglichkeit hin, Wohngeld oder die staatliche Grundsicherung zu beantragen. Möglich sei auch, die Rentenversicherung oder das Arbeitsamt zu bitten, die Miete direkt auf das Konto der GWG zu überweisen.

Nutzt jedoch alle Beratung nichts und nehmen die Mieter die Vorschläge von Daniel nicht an, kommt die fristlose Kündigung - wenn zwei Monate lang keine Miete bezahlt worden ist und die Mieter auch keine Bereitschaft zeigen, der Wohnungsgesellschaft entgegenzukommen. Das muss aber schon eine komplette Verweigerungshaltung sein, denn wie Hagen sagt: "Wir nehmen auch Ratenzahlungen von fünf oder zehn Euro an. Es genügt uns, zu sehen, dass die Mieter versuchen, ihre Schulden in Ordnung zu bringen."

Junge und ältere Männer oft betroffen

Außerdem gibt es da noch die Fachstelle für die Behebung und Vermeidung von Obdachlosigkeit der Stadt München, mit der Daniel eng zusammenarbeitet. Sie ist im Sozialbürgerhaus angesiedelt. Dort könnten Betroffene beispielsweise ein Darlehen über den Betrag der offenen Mietschulden beantragen, wenn sie die Mittel sonst nirgendwoher bekommen.

Trotz all dieser Möglichkeiten gibt es immer wieder Menschen, die sich dem Hilfsangebot verweigern. "Sie haben resigniert und leeren oft ihre Briefkästen nicht mehr - weil sie auch keine angenehme Post mehr bekommen", sagt Daniel. Häufig handele es sich um junge Männer, die ihre erste Wohnung bei der GWG bezogen hätten, oder aber um ältere Männer, die zuvor in einer betreuten Einrichtung gewohnt hätten und nun wieder alleine wohnen sollten. In diesen Fällen arbeiten die GWG-Sozialarbeiter eng mit kirchlichen Hilfsorganisationen wie der Katholischen Männerfürsorge oder dem Evangelischen Hilfswerk zusammen, die auch eine Nachbetreuung übernehmen. Stellen sie fest, dass es nicht funktioniert, kehren die Klienten wieder in die betreute Einrichtung zurück.

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