Serie "Einrichten" (3) Faustregeln zur Farbgestaltung

Für alle, die es in den eigenen vier Wänden bunt treiben wollen.

Der Münchner Rüdiger Jordan, 33, gestaltet Innenräume. Er gibt Tipps und Anregungen zur funktionalen und ästhetischen Entfaltung von Wohnungen.

Farbe und Wirkung.

(Foto: Illustration: Rüdiger Jordan)

Eine neue Wohnung ist meist geweißelt. Man kann die vier Wände aber auch mit Rot, Gelb oder Blau gestalten. Farben beeinflussen unsere Stimmung. Man verbindet sie mit Erlebnissen oder mit Lebensstilen, wie Orange- und Brauntöne mit den siebziger Jahren. Sie können sogar die Wahrnehmung der Raumtemperatur beeinflussen.

Die natürliche Belichtung

Für die Wahl geeigneter Farben müssen der Wohnungsgrundriss, die Raumgrößen und das Licht berücksichtigt werden. Viel Licht lässt Farben heller und klarer strahlen, während eine kräftige Farbe in einem Flur, der nur Kunstlicht hat, nie so wirkt wie an einer sonnenbeschienenen Wand.

Farbe von Boden, Fenstern und Türen berücksichtigen

Zu berücksichtigen ist auch die Farbigkeit des Bodens, der Türen und der Fenster. Bei einem sehr hellen Boden sollten höchstens einzelne Wandflächen dunkler sein.

Stets sollte der Boden am dunkelsten, und die Decke am hellsten sein, um das natürliche Gefühl nicht auf den Kopf zu stellen.

Die Funktion eines Raumes spielt bei der Auswahl der Raumfarbe eine wichtige Rolle. Ein Wohnzimmer verträgt kräftige, stimulierende Farben, während sich für Schlafräume eher beruhigende, zurückhaltende Töne eignen.

Auch die Möbel spielen eine Farbrolle

Auch auf die Möblierung kommt es an: Eine Schrankwand mit dunklen Oberflächen sollte mit eher hellen Wänden kontrastieren. Ein großes Sofa mit leuchtend buntem Bezug vor einer farbigen Wand kann zu einer Überforderung führen.

Sollen Bilder aufgehängt werden, ist deren Farbigkeit ein Kriterium.

Größe des Raumes und Anzahl der Möbel

Auch die Raumgröße und die Anzahl der Möbel spielen eine Rolle. Große Räume mit nur wenigen Möbeln können durch unterschiedlich farbige oder helle Wände strukturiert werden. Räume mit vielen Möbeln sind schon stark strukturiert und bieten so viele optische Reize, dass einheitliche Wände den Raum beruhigen.