Süddeutsche Zeitung

Rohstoff:Kostbarer Sand

Wegen des Baubooms ist die Nachfrage nach Sand und Kies derzeit sehr hoch. Die Preise steigen, mancherorts werden die Rohstoffe sogar schon knapp.

Die deutsche Baubranche warnt vor Engpässen bei Sand und Kies inmitten des Immobilienbooms. Bei bestimmten Sorten für die Betonproduktion gebe es "akute Probleme" in der Lieferung, warnte jetzt der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB). Die Folge seien kräftige Preisanstiege: Beton habe sich etwa in Berlin und Brandenburg in den vergangenen neun Monaten um rund zehn Prozent verteuert. Auch in Hamburg, Köln und Düsseldorf gebe es immer wieder zeitlich begrenzte Engpässe.

Angesichts des Immobilienbooms sei die Nachfrage nach Sand und Kies stark gewachsen, während das Angebot nicht so schnell steige, heißt es beim ZDB. In einigen Abbaugruben gingen die Vorkommen bereits zur Neige, doch Genehmigungen der Länder für neue Flächen dauerten rund zehn Jahre oder mehr, erklärte die Bundesingenieurkammer. Sand und Kies hätten sich im vergangenen Jahr um rund fünf Prozent verteuert. Das treibe die Baukosten und später auch die Mieten. Der Branchenriese Heidelberg Cement hat die Betonpreise nach eigenen Angaben schon erhöht.

Deutschland hat zwar laut der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) reiche natürliche Vorkommen an Sand, der am Bau als Bestandteil von Beton, Ziegeln oder Asphalt zum Einsatz kommt. Ein Großteil der Vorkommen liege aber unter Naturschutzgebieten, Wohn- und Gewerbeflächen, Straßen sowie Schienen.

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Quelle:
SZ vom 15.02.2019 / dpa
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