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Reden wir über Geld: Henry Maske:"Manche bezeichnen mich als geizig"

SZ: Zu DDR-Zeiten, vermuten wir mal, waren die Erfolgsgagen für den Amateur Maske noch steuerfrei. Was gab es denn für den Olympiasieg 1988?

Maske: Ich glaube, es waren 25.000 Ostmark und ein paar Forumschecks. Mit denen ließ sich in den Intershop-Läden einkaufen gehen.

SZ: Was haben Sie mit dem Westgeld gekauft?

Maske: Zum Beispiel einen kleinen Farbfernseher und ein Doppel-Kassettendeck. Beide Geräte funktionieren noch heute. Ich kann das nicht wegschmeißen, wegen der Erinnerungen.

SZ: Welche?

Maske: Spätestens wer als DDR-Bürger draußen im Westen war, hat erfahren, wie wichtig es ist, Westgeld in der Tasche zu haben. Und wenn es nur dafür reichte, ein Bier zu bezahlen.

SZ: Rührt daher Ihr Geiz, der Ihnen heute nachgesagt wird?

Maske: Es gibt den einen oder anderen, der mich als geizig bezeichnet. Dem gingen wahrscheinlich Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und mir über erbrachte Leistungen voraus. Da kann ich sehr konsequent sein.

SZ: Großzügig haben Sie sich bei Ihrer Stiftung "A place for kids" gezeigt. Warum engagieren Sie sich hier?

Maske: Für mich waren Fürsorge und Aufmerksamkeit normal - im Elternhaus und beim Sport. Davon will ich sozial benachteiligten jungen Menschen etwas zurückgeben und dafür setze ich meinen Namen ein. Das Geld fließt vor allem in mehrere Freizeitprojekte für Kinder und Jugendliche.

SZ: Jetzt spielen Sie auch noch in dem Film über Max Schmeling das deutsche Boxidol. Haben Sie keine Angst, dafür verspottet zu werden?

Maske: Überhaupt nicht. Ich glaube, es gibt keinen professionellen Schauspieler, der sich in diese Rolle so hineinfühlen kann wie ich. Mein Wunsch ist, dass Max mit dem Film zufrieden wäre, wenn er ihn noch sehen könnte. Ich glaube, er würde es sein.

SZ: Warum wollten Sie in einer Szene des Films nicht "Heil Hitler" sagen?

Maske: Der wirkliche Schauspieler muss Dinge tun, die er normalerweise nie tun würde. Ich bin aber kein Schauspieler und gehöre zu einer Generation, denen bestimmte Worte nicht leichtfallen.