Reden wir über Geld: Henry Maske "In Wien lernte ich Burgerbraten"

SZ: Sie haben einmal gesagt: "Der Champion weiß, wie Dreck schmeckt. Nur durch harte Arbeit kannst du zum Gewinner werden." Ist das auch Ihre Erfahrung außerhalb des Boxrings?

Maske: Niederlagen im Sport können sehr schmerzlich sein. Der Profisport ist brutal. Insofern war ich gut gerüstet für den Einstieg ins Berufsleben. Wer in jungen Jahren nicht gelernt hat, mit Problemen und Konflikten zurechtzukommen, wird schneller sagen: Das schaffe ich nicht. Ich gehöre zu den Menschen, die sich nur die Frage stellen: Wie werde ich diese Hürde am besten nehmen?

SZ: Was haben Sie noch vom Boxen für Ihre Arbeit gelernt?

Maske: Sehr viel. Es gibt ja das Vorurteil, dass Sportler aus Einzelsportarten, wie wir Boxer, eher zu den Egoisten gehören. Ich sehe das aber anders: Im Ring kämpfst du allein, aber gut bist du nur, wenn du mit deinem Umfeld, mit dem Manager, Trainer, Physiotherapeuten oder Sparringspartner, harmonierst. Wir gewinnen und verlieren zusammen. Und so ist es im Prinzip auch bei McDonald's.

SZ: Muss man für Ihren Job auch lernen, Buletten zu braten?

Maske: Ja, das ist Teil der Ausbildung. Ich war in England, oben in den Highlands, und später in einer McDonald's-Filiale bei Wien, an der Theke, an der Kasse und zuletzt auch als Schichtleiter.

SZ: Dort hat Sie niemand erkannt?

Maske: In den Highlands sowieso nicht. In Wien habe ich zur Vorsicht eine Brille getragen, mir einen Bart angeklebt und die Farben meiner Pupillen mit braunen Linsen verändert. Trotzdem sagten manche Gäste: Sie sind doch der Boxer Maske. Ich hab' dann nur gelangweilt geantwortet: Ach, das glauben viele.

SZ: Ohne optische Veränderung treten Sie jetzt als Motivationstrainer auf. Was ist dabei Ihre Botschaft?

Maske: Motivationstrainer höre ich nicht so gern, das klingt nach "Schaka, Schaka". Ich möchte gerade Führungskräfte daran erinnern, dass die beste Motivation für einen Mitarbeiter ein Chef ist, der nichts verlangt, was er nicht bereit ist selbst zu erfüllen. Das setzt einen kritischen Umgang mit der eigenen Person voraus. Nur gelingt das nicht jeder Führungsperson, leider.

SZ: Und damit kassieren Sie einen Haufen Geld. Von 20.000 Euro pro Auftritt ist die Rede. Stimmt diese Summe denn?

Maske: Es ist ein fünfstelliger Betrag, mehr sage ich nicht.

SZ: So viel Geld können Sie an einem Tag in einer Ihrer McDonald's-Filialen aber nicht verdienen - oder?

Maske: Natürlich nicht.

SZ: Bei ihrem Revanchekampf gegen Virgil Hill 2007 sollen Sie sogar eine Gage von drei Millionen Euro eingestrichen haben. Stimmt die Summe?

Maske: (lacht) Ich erinnere mich nicht mehr so genau daran, aber siebenstellig war die Gage auf alle Fälle gewesen.

SZ: Was bedeutet Ihnen so viel Geld?

Maske: Im Sport war Geld nie eine Motivation für mich, weder als Amateur noch als Profi. Aber ehrlich, es war klasse, nach einem gewonnenen Profikampf die Rechnung schreiben zu können.

SZ: Eine Rechnung?

Maske: Na klar, wir sind doch hier in Deutschland. Da muss man auch noch die Umsatzsteuer dazuschreiben. Das habe ich erst alles lernen müssen.