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Produkttest:Rechnen für die Rente

Die gesetzliche Rente allein reicht kaum zum Leben: Wie viel später wirklich fehlt, hat die Stiftung Warentest nachgerechnet - und rät, frühzeitig einen Riester-Vertrag abzuschließen.

Wie weit die persönliche Rentenlücke klafft, hängt stark vom Alter und vom Familienstand ab. Bei Jüngeren und Verheirateten ist sie größer; bei Älteren und Alleinstehenden kleiner. Die Zeitschrift Finanztest hat dazu Leser befragt. Aus den fast 450 Zuschriften geht hervor: Vielen Versicherten wissen, dass ihre gesetzliche Rente im Alter zu gering ist. Wie viel Geld sie für ihren Ruhestand zurücklegen müssen, um ihren Lebensstandard halten zu können, ist vielen jedoch nicht klar.

Je früher man anfängt die gesetzliche Rente aufzustocken, desto mehr schießt der Staat zu.

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Finanztest hat für typische Familien, Singles, Angestellte, Selbstständige, Beamte und Berufsanfänger ausgerechnet, wie viel Geld fehlt. Seine Rentenlücke kann jeder für sich selbst mit dem kostenlosen Rentenlückenrechner ermitteln. Die nötigen Daten sind in der letzten Gehaltsabrechnung und in der aktuellen Renteninformation zu finden. Beamte können ihren zusätzlichen Geldbedarf im Ruhestand mit dem Pensionsrechner kalkulieren.

Im Alter fehlen 900 Euro jeden Monat

Rentner haben meist weniger Ausgaben als in ihrem Berufsleben. Werbungskosten oder die finanzielle Unterstützung ihrer Kinder fallen weg. Die Tester gehen von der Faustformel aus: Im Alter sollen 80 Prozent des letzten Nettogehalts zur Verfügung stehen. Der Abstand zwischen diesem Bedarf und der gesetzlichen Nettorente oder der Nettopension ergibt die Versorgungslücke.

Als Modellfall dient eine ledige Berufsanfängerin: Die seit zwei Jahren angestellte Architektin hat einen Nettoverdienst von 1350 Euro. Will die 27-jährige ihren jetzigen Lebensstandard im Alter halten, muss sie dafür ab sofort 225 Euro Monat für Monat zurücklegen. Aus der gesetzlichen Rente würde sie im Alter nicht mal 200 Euro beziehen. Voraussichtlich 887 Euro monatlich fehlen. Aus zwei fondsgebundenen Rentenversicherungen mit jeweils 25 Euro Monatsbeitrag kann sie im Ruhestand rund 190 Euro erwarten. Wenn ihr Gehalt nicht steigt, fehlen noch 697 Euro.

Staatliche Förderung mitnehmen

Hier empfiehlt sich ein Riester-Fondssparplan, in den die ledige Architektin die nächsten 40 Jahre monatlich 175 Euro inklusive staatlicher Zulage einzahlt. Später kann sie mit 668 Euro mehr Rente rechnen. Berufsanfänger, die noch nicht wissen, wie es im Job weitergeht, sollten sich flexible Anlageprodukte aussuchen. Am besten geeignet sind gute Aktienfonds, die Finanztest im Produktfinder stets aktuell vergleicht. Sie sind zwar riskanter, an das Geld kann der Sparer aber jederzeit heran. Banksparprodukte und Bausparverträge mit sicheren Zinsen sind eine sichere Alternative. Weitere sieben Modellfälle hat Finanztest geprüft und Sparprodukte empfohlen.

Ein Riester-Vertrag passt für Familien mit Kindern, für Paare und Singles. Die staatliche Förderung für Riester-Produkte sollte jeder mitnehmen. Deshalb empfiehlt Finanztest allen, die sie abschließen können, zuallererst die Riester-Rente und die betriebliche Altersvorsorge. Dabei ist für jüngere Sparer ein Riester-Fondssparplan sinnvoll. Ältere und Sparer, die Wohneigentum erwerben wollen, sind mit einem Riester-Banksparplan gut bedient. Für Selbstständige kann eine Rürup-Rente sinnvoll sein, die steuerlich gefördert wird. Ob diese Anstrengungen ausreichen, muss jeder selbst ausrechnen.