Privatisierungen in GriechenlandNur die Inseln sind tabu

Um die gigantische Schuldensituation in den Griff zu bekommen, will der griechische Staat seine Schätze verkaufen. Flughäfen, Wasserwerke und Eisenbahnen kommen unter den Hammer - nur die Inseln bleiben unangetastet. Die Regierung hofft auf Milliarden, aber die Griechen misstrauen diesem Kurs. Ein Überblick über die möglichen Einnahmequellen.

Nein, man werde keine griechische Insel verpfänden und auch keine verkaufen. Finanzminister Giorgos Papakonstantinou sah sich genötigt, das ausdrücklich zu betonen in einem Interview mit dem TV-Sender Skai. Sonst aber ist kaum mehr etwas tabu. Die Regierung legt mit ihrem am Montag verkündeten Privatisierungsprogramm Hand an öffentliche Besitztümer, die bislang als heilige Kühe galten.

Staatsunternehmen, Immobilien, Land, die großen Häfen und Flughäfen- Griechenland macht Ausverkauf. Um die Kreditgeber günstig zu stimmen, um sich zu retten. Wenn EU und IWF die nächste Tranche der Notkredite in Höhe von zwölf Milliarden Euro nicht bald auszahlten, so der Finanzminister, dann könne Athen im Juli seine Gläubiger nicht mehr bedienen. "Dann müssen wir die Rollläden runtermachen."

Linktipp: Hier die Vortragsfolien des griechischen Finanzministeriums zum Spar- und Privatisierungsprogramm (auf Griechisch).

Bild: dpa 25. Mai 2011, 13:002011-05-25 13:00:12 © SZ vom 25.05.2011/bbr