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Deutsche Bank: Stefan Baron:Ackermanns PR-Rezept

Erstmals seit 17 Jahren und nach dem großen Finanzcrash darf sich mit Stefan Baron ein Bank-Sprecher "PR-Manager des Jahres" nennen. Nötig ist eine Erklärung - am besten von dessen Chef Josef Ackermann.

Harald Freiberger, Frankfurt

Josef Ackermann ist gewillt, eine humorvolle Rede zu halten, das macht er gleich am Anfang deutlich. Wenige Stunden zuvor hat Bundespräsident Horst Köhler überraschend seinen Rücktritt erklärt, und der Chef der Deutschen Bank spielt mit einem Witz darauf an: Manchmal habe er die Kritik an seinem Amt auch als unfair empfunden, sagt er sinngemäß.

Bilanzpressekonferenz Deutsche Bank AG

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (r.), und sein Sprecher Stefan Baron (links neben ihm) bei der Bilanz-Pressekonferenz für das Jahr 2008: "Ein Glücksfall für die Bank". 

(Foto: bildextern)

Die Hauptperson am Montagabend in Rolandseck am Rhein aber ist diesmal nicht Ackermann, sondern Stefan Baron, sein Kommunikationschef. Der frühere Chefredakteur der Wirtschaftswoche ist genau drei Jahre im Amt, und in dieser kurzen Zeit hat er schon einiges geleistet.

So viel, dass es zur Auszeichnung "PR-Manager des Jahres" reicht, die der Fachverlag Rommerskirchen vergibt. Die Jury hat sich erstmals in 17 Jahren für einen Banker entschieden, und das mitten in der Finanzkrise. Das will etwas heißen, das muss erklärt werden, am besten von Barons Chef, Ackermann selbst.

Operation Imagewandel

Und so redet dieser im hallenden Mauergewölbe des Verlags vor der versammelten PR-Elite des Landes über ein Thema, das er sonst nie anspricht: sein eigenes Image. Ackermann nennt Baron "einen Glücksfall für die Bank".

Er zitiert eine Umfrage: Vor der Finanzkrise hätten den Deutsche-Bank-Chef 60 Prozent der Bevölkerung in einem negativen Licht gesehen, jetzt seien es noch 20 Prozent. Baron habe zu diesem Imagewandel "einen großen Beitrag geleistet".

Der gibt das Lob umgehend zurück. "Ein PR-Chef kann nur so gut sein wie sein Chef, und ich bin der Meinung, dass ich einen herausragenden Chef habe", sagt er. Es ist eine PR-Veranstaltung in des Wortes ureigenem Sinn, eine Veranstaltung, wie es sie in der Wirtschaft immer häufiger gibt.

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