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Postbank-Studie:Günstiger Osten, teurer Süden

Bis 2030 werden Immobilien in mehr als der Hälfte der deutschen Landkreise und Städte an Wert gewinnen. Den stärksten Preisanstieg wird wieder einmal München verzeichnen, sagen Experten des HWWI voraus.

In mehr als der Hälfte der deutschen Landkreise und Städte können Immobilieneigentümer davon ausgehen, dass ihr Haus oder ihre Wohnung bis mindestens 2030 an Wert gewinnt. Ein Grund für die große Nachfrage am Wohnungsmarkt sind vor allem steigende Einwohnerzahlen in den Metropolen und in Süddeutschland, wie eine vor Kurzem veröffentlichte Studie im Auftrag der Postbank ergab.

Für die Prognose berechneten Ökonomen des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) ein Modell aus regionalen Daten zur Bevölkerungs- und Altersstruktur, der Einkommensentwicklung, den Wohnausgaben und dem Wohnungsangebot. So wollen sie die Entwicklung der Immobilienpreise von 2017 bis 2030 vorhersagen.

Den stärksten Preisanstieg wird demnach München mit jährlich real 1,5 Prozent verzeichnen - dabei ist die bayerische Metropole ohnehin schon die bundesweit teuerste Stadt. Derzeit kostet eine Immobilie dort im Schnitt der Studie zufolge 6790 Euro je Quadratmeter. 2017 waren die Preise noch um 8,6 Prozent gestiegen. "Die Zeiten der Preissprünge in den Metropolen dürften aber dem Ende entgegengehen", erklärte Eva Grunwald, Bereichsleiterin für das Immobiliengeschäft Privatkunden bei der Postbank.

Düsseldorf und Hamburg folgen in der Rangliste mit einem realen Preisanstieg von je etwa einem Prozent. Berliner Immobilien, die vergangenes Jahr im Durchschnitt 11,4 Prozent im Wert stiegen, sollen sich bis 2030 nur noch um 0,5 Prozent jährlich verteuern. Sie kosten derzeit 3680 Euro je Quadratmeter. Heilbronn in Baden-Württemberg könnte sich als gute Anlage für Käufer erweisen, denn der prognostizierte jährliche Preisanstieg liegt dort mit drei Prozent am höchsten.

"Bei besonders hohen Preisen sollten Käufer ganz genau hinsehen", erklärte Grunwald. "Es besteht das Risiko, dass erwartete Wertgewinne bereits spekulativ in die aktuellen Wohnungspreise eingeflossen sind". Negativ sei die Preisentwicklung in den östlichen Bundesländern abseits der Großstädte sowie im Ruhrgebiet und im Saarland.

© SZ vom 31.03.2018 / AFP

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