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Thomas Middelhoff:Razzia im Klüngel-Sumpf

Unangenehmer Besuch: Die Staatsanwaltschaft durchsucht Wohnung und Büro des früheren Arcandor-Konzernchefs Thomas Middelhoff.

Der ehemalige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff hat schon wieder Ärger mit der Justiz: Mit einer bundesweiten Korruptionsrazzia hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen frühere Verantwortliche bei der ehemaligen Karstadt-Mutter Arcandor vorangetrieben - und wurde darum auch bei Middelhoff vorstellig. Sein Wohnhaus wie auch das Büro wurden durchsucht. Gegen Middelhoff hatte die Staatsanwaltschaft Bochum nach dem Beinahe-Zusammenbruch des Warenhauskonzerns ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet.

Thomas Middelhoff

Die Wohnung und das Büro von Thomas Middelhoff wurden durchsucht.

(Foto: ag.ap)

Außerdem standen offenbar frühere Verantwortliche der Sparkasse Köln-Bonn und des Oppenheim-Esch-Immobilienfonds in Troisdorf im Rhein-Sieg-Kreis im Visier der Ermittler. Der Bochumer Oberstaatsanwalt Gerrit Gabriel sagte, die Durchsuchungen richteten sich "gegen frühere Verantwortungsträger und leitende Mitarbeiter des Arcandor-Konzerns wegen des Verdachts der Untreue".

Die Kölner Staatsanwaltschaft ließ Büros und Wohnungen im ganzen Bundesgebiet durchsuchen, die Bochumer Staatsanwaltschaft sprach von Durchsuchungen an neun Orten. Insgesamt waren mehr als 200 Ermittler von Polizei, Justiz und Steuerbehörden aktiv. Seit längerem schon ermittelt die Kölner Staatsanwaltschaft gegen frühere Verantwortliche des Bankhauses Sal Oppenheim wegen Untreueverdachts. Dabei geht es Zeitungsberichten zufolge um Darlehen, die Sal Oppenheim an die einstige Arcandor-Großaktionärin Madeleine Schickedanz vergeben haben soll.

Oberstaatsanwalt Günther Feld bestätigte nur, dass insgesamt 17 Objekte in Köln, Bonn und Troisdorf sowie in Städten in Nord- und Süddeutschland durchsucht würden. Das Ermittlungsverfahren werde wegen des Verdachts auf "Vermögens-, Korruptions- und Steuerdelikte" geführt, sagte Feld.

Im Clinch mit der Stadt

Der Oppenheim-Esch-Immobilienfonds liegt derzeit im Streit mit der Stadt Köln. Der Europäische Gerichtshof hatte einen Mietvertrag für die Kölner Messehallen, die der Fonds errichtet hatte, für wettbewerbswidrig und nichtig erklärt. Anschließende Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Fonds über eine neue Regelung zu den Hallen waren ergebnislos geblieben. Seit zwei Monaten zahlt die Messe nun keine Miete mehr an Oppenheim-Esch, sondern nur noch "Ausgleichszahlungen". Stadtsprecher Gregor Timmer sagte: "Wir müssen uns gesetzeskonform verhalten, und das schließt die Mietzahlungen nach altem Muster aus."