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Ölpreis knackt Rekord:"Heizöl noch nicht kaufen"

Öl ist derzeit so teuer wie noch nie: Im asiatischen Handel waren je Barrel mehr als 81 Dollar fällig. Wer jetzt nicht unbedingt Heizöl benötigt, sollte mit einer Bestellung warten.

"Wer kann, der sollte erst Mitte Oktober Heizöl bestellen", rät Claudia Kemfert, Energie-Expertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung den Verbrauchern. Dann sei die Hurrikan-Saison vorbei, möglicherweise könnte der Preis für das schwarze Gold dann ein wenig nachgeben.

Sicher sei das aber nicht. "Es gibt keine Garantie, dass der Preis dann sinkt." Derzeit sei auch ein Preis von 85 Dollar je Barrel (159 Liter) denkbar. Ihr Tipp für alle, die jetzt die Öltanks auffüllen müssen: die Bestellung splitten. "Man könnte eine Hälfte im Oktober bestellen, die andere im Januar", rät Kemfert.

Am Dienstagmorgen kostete Rohöl der Sorte Light Sweet Crude im Handel in Singapur 81,12 Dollar - so viel wie noch nie. Ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im Oktober wurde im asiatischen Handel in der Spitze sogar mit 81,23 Dollar gehandelt - das sind 66 Cent mehr als am Montag.

Analysten lassen sich nicht beruhigen

Ab November will die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) täglich 500.000 Barrel mehr fördern, beruhigen konnte das die Analysten aber nicht. Sie befürchten mit Blick auf den Winter Engpässe. Einige Analysten rechnen nun damit, dass der Ölpreis schon bald auf 85 Dollar und mehr klettern könnte.

Erst am Montag hatte die Investmentbank Goldman Sachs die Anhebung der Fördermengen als ungenügend bezeichnet und vor einem Kollaps durch zu hohe Nachfrage gewarnt hatte.

Energie-Experte Klaus Matthies vom Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archiv hat gleich drei verstärkende Gründe für den derzeit hohen Ölpreis ausgemacht. "Es gibt viele Spekulanten, die jetzt auf der Welle mitreiten", sagte Matthies zu sueddeutsche.de. Außerdem sei die geplante Erhöhung der Fördermenge sehr gering, und auch die Warnung des französischen Außenministers Bernard Kouchner vor einem möglichen Krieg im Iran wirke sich negativ auf den Preis für den wichtigsten Rohstoff der Wirtschaft aus.

Wann der Ölpreis wieder nachgibt, vermag Energieexperte Matthies nicht zu prophezeien: "Die Chance, dass der Preis steigt ist höher, als dass er fällt."

© sueddeutsche.de/AFP/Reuters

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