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Neue Geldscheine in Großbritannien:Die Queen trägt Plastik

Englische Notenbank

Aktuelle 20-Pfund-Noten

(Foto: dpa)

Waschmaschinenfest - aber danach bitte nicht bügeln! Großbritannien will von 2016 an Geldscheine aus Kunststoff einführen. Das Pfund soll sauberer, stabiler und fälschungssicherer sein als Papiergeld. Eines wird sich auf den Scheinen aber erst einmal nicht ändern.

320 Jahre Geldscheine aus Baumwolle und Leinen sind genug: Großbritannien wird von Papier- auf Plastikgeld umstellen. Das hat die Bank of England, die Zentralbank des Landes, verkündet. 2016 soll die erste Fünf-Pfund-Note aus Plastik mit dem Konterfei des ehemaligen Premiers Winston Churchill eingeführt werden.

Damit wird Großbritannien das zweite europäische Land nach Rumänien, das komplett auf Scheine aus Kunststoff - einer synthetischen Polymer-Verbindung - umstellt. Vorreiter Australien hat das bereits 1988 getan.

Scheine aus synthetischem Polymer seien schmutzabweisender und resistenter gegen Feuchtigkeit, argumentiert die Zentralbank. Die neuen britischen Noten sollen auch schwieriger zu fälschen sein. Labortests haben dem britischen Guardian zufolge ergeben, dass sie bis 120 Grad hitzeresistent sind und damit waschmaschinenfest. Auch mit der Umweltfreundlichkeit der neuen Scheine argumentieren die Befürworter: Das Plastikgeld sei zwar aufwändiger herzustellen als Papierscheine, hielte aber deutlich länger. Bügeln sollte man die Scheine allerdings nicht. In Kanada gab es auch Berichte über Plastikscheine, die in der Sonne schmelzen.

Die Pläne gibt es in der Bank of England seit Jahren, der neue Chef Mark Carney forciert sie nun. Er ist erst seit Juli im Amt und war zuvor Chef der Zentralbank von Kanada - wo seit 2011 Papiergeld durch Kunststoff ersetzt wird. Kurz nach seinem Amtsantritt in London hatte Carney eine Prüfung angeordnet, wie die Umstellung auf Polymer-Geld gelingen könne. Die Zentralbank präsentierte Bürgern und Händlern Entwürfe und holte ihre Meinungen ein. Die Reaktionen seien klar und überwiegend positiv gewesen. von 13.000 Befragten unterstützten der Zentralbank zufolge 87 Prozent die Einführung der neuen Scheine - vor allem, wenn sie die Test-Scheine schon in der Hand gehabt hatten.

Neben Churchill soll auch Schriftstellerin Jane Austen auf einem Schein abgebildet sein. Ein Merkmal werden jedoch alle Scheine behalten: das Gesicht einer jüngeren Queen Elizabeth.

© SZ.de/jab/sebi/tob
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