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Nervosität an den Finanzmärkten:Börsen setzen Erholungkurs fort

Die deutschen Aktienmärkte starten mit Gewinnen in die neue Woche, auch aus Asien kommmen positive Signale. Doch die Anleger bleiben nervös: schlechte Nachrichten zur Konjunkturentwicklung könnten die Stimmung vermiesen.

Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag mit Kursgewinnen in den Handel gestartet. Der Dax kletterte im frühen Geschäft um 1,4 Prozent. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Montag um 2,3 Prozent aufwärts, der Technologiewerte-Index TecDax gewann 1,9 Prozent.

Deutsche Boerse

Die Stimmung an den Aktienmärkten bessert sich - solange keine neuen Hiobsbotschaften eintreffen

(Foto: dapd)

Händler sprachen von einer leichten Beruhigung der Märkte nach den Turbulenzen der Vorwoche. Zu den Gewinnern zählten die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank, die je etwa zwei Prozent zulegten. Auch die Aktien der französischen Banken Societe Generale und BNP Paribas stiegen um je zwei Prozent.

In Asien lagen die großen Indizes - der Nikkei-Index und der Shanghai-Composite - ein beziehungsweise 0,4 Prozent höher. An der Wall Street hatten der Dow-Jones-Index und der S&P500 am Freitagabend 1,1 beziehungsweise 0,5 Prozent und der Nasdaq-Composite 0,6 Prozent zugelegt und waren damit in etwa auf dem Niveau aus dem Handel gegangen, das sie schon zum Börsenschluss in Europa erreicht hatten.

Angesichts der starken Unsicherheit der Anleger rechnen Händler aber damit, dass den Börsen auch in der neuen Woche eine Berg- und Talfahrt bevorsteht. "Das Geschehen an den Aktienmärkten ist derzeit von extremer Nervosität geprägt", sagt Helaba-Analyst Markus Reinwand. Lange Zeit seien die Anleger an den Aktienmärkten trotz Schuldenkrise und zunehmender konjunktureller Ermüdungserscheinungen ausgesprochen gelassen gewesen. "Jetzt korrigieren die Marktteilnehmer schlagartig ihre zu hohen Wachstums- und Gewinnerwartungen." Nicht nur angesichts der noch frischen Erinnerung an die massiven Kursverluste im Zuge der letzten großen Rezession könne daraus eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale entstehen, fürchtet Reinwand.

Nach Einschätzung der Experten der Landesbank Berlin (LBB) könnten zudem negative Konjunkturdaten für weitere Kursverluste sorgen. Sollte sich die Schuldenkrise in Europa noch verschärfen oder die Wirtschaft in den USA neue Schwächezeichen aufweisen, erscheine ein Test der Jahrestiefststände durchaus in Reichweite, schreiben sie. Nach der rasanten Talfahrt der vergangenen Wochen halten die Analysten aber auch eine technische Gegenreaktion für jederzeit möglich.

© sueddeutsche.de/Reuters/luk

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