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Nachgemachte Geldscheine:Fuffies auf Klopapier

Schnell und dreckig - manchmal Qualitätsarbeit: Die Unterschiede bei Falschgeld sind oft enorm und die Schäden durch die Blüten hoch. Besonders beliebt bei Ganoven: der Fünfziger.

Selbst Geld drucken bleibt ein gefährlicher Traum. Die Polizei spürt illegale Werkstätten für "Blüten" regelmäßig auf, vor allem außerhalb der Eurozone, etwa im Baltikum oder in Osteuropa.

LKA warnt vor Falschgeld im Weihnachtsgeschaeft

Nicht immer sind unechte Euroscheine so leicht zu enttarnen. Der Schaden durch Falschgeld liegt nach Angaben der Bundesbank in sechs Monaten bei 1,9 Millionen Euro.

(Foto: ag.ddp)

Manche Geldproduzenten machen sich aber keine großen Umstände. Einige setzen einen hochwertigen Farbdrucker für ihre Versuche zur Geldvermehrung ein, andere verzichten sogar auf festes Papier. In Leipzig soll ein falscher 50-Euroschein auf Toilettenpapier gedruckt und einer Dame zum Geburtstag präsentiert worden sein.

Die Dame monierte das getürkte Präsent bei der Filiale der Bundesbank, vergeblich. Denn die falschen Scheine werden nach Prüfung umgehend eingezogen. Der Dumme ist derjenige, der sich eine Blüte andrehen lässt und damit zur Bank oder zur Polizei geht. Die Bundesbank rät deshalb, sich mit den Geldscheinen genau vertraut zu machen.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, fühlt, sieht und kippt. Gefühlt werden können die Schrift am oberen Rand, aber auch Tore und Fenster von den Motiven der Scheine. Zu sehen sind im Gegenlicht das Wasserzeichen und der Sicherheitsfaden. Der gekippte Schein offenbart schimmernde Euro-Symbole oder Zahlen.

Mit Implantaten gegen Fälscher

Im Einzelhandel gibt es an den Kassen spezielle Prüfgeräte für die Euro-Scheine. Die Kassierer werden in der Regel geschult und nehmen Blüten nicht ab, die von den Prüfgeräten ausgesondert werden. Die Bundesbank warnt aber vor Lupen, Prüfstiften oder UV-Lampen, weil diese Geräte keine eindeutigen Ergebnisse erzielen.

Die Hitliste der Fälschungen führt der sprichwörtlich bekannte "falsche Fuffziger" an. Der orangefarbene Schein wurde im ersten Halbjahr mehr als 20.000 Mal nachgemacht. Mit weitem Abstand folgen an zweiter Stelle der blaue 20er, an dritter Stelle der liebevoll "Hunni" genannte 100er.

Den durch Fälschungen der Banknoten verursachten Schaden beziffert die Bundesbank in sechs Monaten mit 1,9 Millionen Euro. Um diese Summe wurde der Handel geprellt, weil der das höchste Risiko hat, mit Falschgeld in Berührung zu kommen.

Allerdings müssen die Notenbanken im Euroraum im Wettlauf mit den Fälschern stets etwas Neues bieten. Deshalb sind die Scheine schon heute mit Fäden, Wasserzeichen und allerlei Finessen gespickt. Für die Zukunft sind sogar Implantate geplant, um den Illegalen das Leben schwer zu machen. Andererseits darf die Herstellung der Euros auch nicht zu teuer werden.

Das Baltikum dürfte als Produktionsstandort für die Fälscher an Attraktivität verlieren. Estland wird 2011 den Euro einführen und dann strenger darauf achten, dass im eigenen Land nur echte eigene Währung in Umlauf kommt.

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