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Moody's stuft Griechenland herab:Jetzt nur noch Ramschstatus

Nun hat auch die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit des hochverschuldeten Euro-Staats Griechenland gesenkt. Die Bonitätsnote fällt um vier Stufen.

Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit des hochverschuldeten Euro-Staats Griechenland auf Ramschstatus herabgestuft. Die Bonitätsnote sinke um vier Stufen von "A3" auf "Ba1", teilte Moody's am Montagabend mit. Den Ausblick schätzt die Ratingagentur als stabil ein. Dies bedeutet, dass mittelfristig keine weitere Abwertung in Erwägung gezogen wird. Moody's folgt damit der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P), die die Bonität Griechenlands bereits Ende April auf Ramsch gesenkt hatte.

Griechenland in der Krise: Nun hat auch die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit des Landes herabgestuft.

(Foto: ap)

Der Euro gab nach der Herabstufung zum Dollar nach. Die US-Börsen büßten einen Teil ihrer Gewinne ein.

"Die große Panik ist raus"

Moody's begründet die Herabstufung vor allem mit Risiken des drastischen Spar- und Restrukturierungsprogramms der griechischen Regierung. Zwar habe der gigantische Rettungsschirm von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) jegliche Risiken in der kurzen Frist beseitigt. Allerdings seien die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des Programms substanziell und nur mit einer geringeren Bonitätsnote zu vereinbaren. Risiken sieht die Agentur nach Angaben von dpa/AFX vor allem beim Wirtschaftswachstum.

Die Finanzmärkte schätzen die Gefahr einer ansteckenden Schuldenkrise wieder als etwas geringer ein. Offenbar wirkt es beruhigend, dass der Rettungsschirm der Euro-Länder mit einer Zweckgesellschaft in Luxemburg Konturen annimmt. Hinzu kommt das Dementi von EU und Bundesregierung zu einem kurz bevorstehenden Hilfspaket für Spanien. "Die große Panik ist raus", glaubt Mario Gruppe, Analyst der NordLB.

Der neue Prügelknabe heißt Spanien

Nach Griechenland und Portugal haben die Finanzmärkte Spanien ins Visier genommen, wo die geplatzte Immobilienblase einige Banken in Bedrängnis bringt.

"Spanien ist der neue Prügelknabe", bestätigt Michael Leister, Analyst der WestLB. Die Situation sei aber nicht mit derjenigen von Griechenland vergleichbar. Schwierigkeiten bei der Finanzierung haben die Spanier bisher nicht, auch wenn sie höhere Zinsen bieten müssen. In der vergangenen Woche platzierten sie reibungslos eine dreijährige Anleihe. In dieser Woche wollen sie 9,5 Milliarden Euro leihen.

An diesem Dienstag geht es um kurzfristige Papiere mit Laufzeiten bis 18 Monaten, am Donnerstag um Anleihen mit zehnjährigen und 30-jährigen Laufzeiten. Die längeren Laufzeiten gelten als kritischer als die kurzen.

Am Montag wurden spanische Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit zu Renditen von 4,64 Prozent gehandelt. Zum Vergleich: Die Bundesanleihe notierte mit 2,63 Prozent und die griechischen Anleihen mit 8,30 Prozent. Bisher sind die Banken aus Deutschland und Frankreich die Hauptgeldgeber der Spanier. Nach den Zahlen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) betrugen die Außenstände der deutschen Banken gegenüber Spanien Anfang diesen Jahres 238 Milliarden Euro, die der französischen Banken 220 Milliarden Euro. Würde auch nur ein Teil dieser Kredite wackeln, kämen die Kreditinstitute der beiden großen Euroländer in Bedrängnis.