Letzter Wille Wie ein Testament verfasst wird

Papier und Stift reichen, um ein Testament aufzusetzen.

(Foto: dpa)

Die Tücke steckt im Detail: Beim Schreiben ihres Testaments können Laien Fehler unterlaufen, die später zu juristischen Streitigkeiten führen. Worauf beim handschriftlichen Testament zu achten ist - und wann Erblasser besser zum Notar gehen.

Von Eva Dignös

Um ein Testament aufzusetzen, reichen ein Blatt Papier und ein Stift. Ein Notar kann, muss aber nicht hinzugezogen werden. Denn gesetzlich erlaubt sind sowohl das privatschriftliche als auch das notarielle Testament.

Privatschriftliches Testament

Kein Computer, keine Schreibmaschine: Wer sein Testament selbst, ohne Hilfe eines Notars, verfasst, muss es vom ersten bis zum letzten Wort mit der Hand schreiben. Nur dann ist es gültig. Ein ausgedruckter Text mit Unterschrift genügt nicht - ein häufiger Fehler beim Aufsetzen eines Testaments. Der Grund: Gibt es Zweifel an der Echtheit des Testaments, kann ein Schriftgutachter feststellen, ob es wirklich vom Erblasser geschrieben wurde. Wer allerdings Zweifel hat, ob seine Handschrift leserlich genug ist, kann eine ausgedruckte sogenannte Leseabschrift beifügen.

Weitere Voraussetzung: Nur wer volljährig ist, darf ein privatschriftliches Testament aufsetzen. Wer nicht mehr selbst schreiben kann, muss zum Notar gehen und dort ein notarielles Testament aufsetzen lassen (siehe unten).

Nicht fehlen dürfen beim privatschriftlichen Testament folgende Elemente:

  • eindeutige Überschrift, beispielsweise "Testament" oder "Letzter Wille",
  • eindeutige Angaben zum Erblasser und zu den Erben,
  • Ort und Datum,
  • Unterschrift mit Vor- und Familienname, um Verwechslungen auszuschließen.

Die Unterschrift unter das Testament muss tatsächlich ganz unten, also unter dem letzten Satz des Testaments stehen. Änderungen im Testament dürfen auf demselben Blatt vorgenommen werden, erfordern aber eine erneute Unterschrift mit Datum. Gültig ist immer nur die Fassung, die eindeutig am aktuellsten ist.

Ein Testament muss nicht lang sein. Schon der Satz "Hiermit setze ich meine Tochter Lisa zur alleinigen Erbin meines gesamten Vermögens ein" kann ausreichen. Wichtig sind möglichst eindeutige Formulierungen. Die Tücke steckt im Detail. Wer statt des Wortes "vererben" den Ausdruck "vermachen" verwendet, ändert bereits den Sinn. Denn ein Vermächtnis ist etwas anderes als eine Erbschaft.

Ein Sonderfall ist das sogenannte Berliner Testament: Es legt den letzten Willen von Ehe- oder eingetragenen Lebenspartnern fest und muss nur von einer der beiden Personen mit der Hand geschrieben werden. Vom zweiten Partner genügt die Unterschrift samt Datum.

Keine Garantie auf Umsetzung

Das privatschriftliche Testament darf zu Hause aufbewahrt werden, nur muss sichergestellt sein, dass die Angehörigen wissen, wo sie es finden. Man kann es auch dem Haupterben oder einer anderen Vertrauensperson zur Aufbewahrung geben.

Eine Garantie, dass der letzte Wille dann auch tatsächlich umgesetzt und nicht von enttäuschten Erben stillschweigend unterschlagen wird, bietet das nicht. Deshalb ist die Hinterlegung beim zuständigen Nachlassgericht - in der Regel das Amtsgericht des Wohnorts - die sicherste Alternative. Das kostet zwar eine einmalige Gebühr von 75 Euro sowie noch einmal 18 Euro für die Registrierung im Zentralen Testamentsregister, dafür ist gewährleistet, dass das Testament nach dem Tod des Erblassers auf jeden Fall eröffnet wird.