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Letzter Wille:Anspruch kann nicht eingeklagt werden

Wer mit der Auflage nicht einverstanden ist, dem bleibt nur ein Weg, sich ihr zu entziehen: Das Erbe auszuschlagen. Davon unberührt bliebe jedoch der Pflichtteil. Dieser stünde dem unwilligen Erben auch dann zu, wenn er die Auflage nicht erfüllt. An der Wirksamkeit der Auflage würde dies allerdings nichts ändern - auch der Tod des Erben nicht. "In dem Fall hätten etwaige andere Erben für die Erfüllung der Anordnung zu sorgen", sagt Steiner.

Das Problem von Auflagen ist jedoch die Kontrolle. Die Durchsetzung können Miterben verlangen oder derjenige, der an die Stelle des "Auflagenerben" rücken würde, falls dieser wegen Nichterfüllung wegfiele. Dass sich Miterben für die Erfüllung eines Testamentswunsches einsetzen, ist jedoch eher selten. "Ein von der Auflage Begünstigter, wie ein Krankenhaus, das regelmäßig eine Spende erhalten soll, kann seinen Anspruch nicht einklagen", sagt Steiner. Auch ein Nachlassgericht kümmert sich nicht darum.

Eine Möglichkeit ist, die Auflage mit Sanktionen zu verknüpfen für den Fall, dass sie nicht erfüllt wird, zum Beispiel, dass das Erbrecht des Alleinerben entfällt, wenn er das Haus des Verstorbenen verkauft. "Wer ganz sicher gehen will, dass seine Vorstellungen nach dem Tod umgesetzt werden, sollte einen Testamentvollstrecker einsetzen", sagt Steiner. Dieser muss dafür sorgen, dass die Auflagen tatsächlich durchgesetzt werden.

Im Fall der Stute Mississippi ging der geldgierige Neffe des Erblassers am Ende tatsächlich leer aus. Das Pferd blieb bei Klipperbuschs heimlicher Liebe Dolores Blumentritt - und damit der Großteil des Erbes auch.